Zu langer Aufenthalt in der Werft der Grenada Marine

Am Donnerstag, 26. Juni meldete ich mich nach 11:00 in der Phare Bleu Rezeption ab und Punkt 12:00 tuckerte ich zwischen den beiden Riffen hindurch zurück in die immer noch bockige See. Wie war das schon wieder mit der Wetterprognose!? Und diese gut 1stündige Fahrt unter Motor hatte es wirklich in sich. Musste ich doch gegen direkt aus Osten anlaufenden 2.5m-Wellen ankämpfen - und dies bei einem Steuerkurs von genau 90°! Vereinzelt ein bisschen aufkreuzen half beim durchfahren dieser Wellen die nur so über das Deck spritzten. Aber kurz nach 13:00 hatten die KYORY und ich es geschafft, wir konnten auch hier durch eine schmale Riffpassage die Grenada Marina in der St. David's Harbour Bay ansteuern. Nun wusste ich, da ich meinen Lift auf 14:00 vorreserviert hatte, dass ich diese Wartezeit wohl noch in der Bucht verbringen musste. Und dies bestätigte mir dann auch gleich die über Kanal 16 erreichte Tracy von der Marina und sie erwähnte für meinen Lift eine Zeit um so 14:30. Im Moment sei eh gerade Mittagspause und vor mir warte noch eine weitere Yacht auf den Lift. Für mich und die KYORY kein Problem, denn hier in der Bay ist das Wasser soweit ruhig, nur eine leichte Dünung läuft in die Bucht ein. Und wie versprochen ruft Tracy mich vor 14:30 Uhr zum Lift auf. Rückwärts geht es ins breite Lift-Bassin und ich stelle zu meiner Überraschung fest, dass diese Travelliftanlage nicht mit zwei sondern mit vier Traggurten bestückt ist. Damit habe ich aber Probleme mit meinem knapp vor dem Kiel platzierten Logge-Rädchen. Schnell baue ich die Logge aus und setze den dafür immer griffbereiten Blindstopfen ein. Verständlicherweise sprudelt dabei schon ein wenig Salzwasser in das vordere Bilgenabteil. Aber die Bilge wurde dann später, nach dem ausräumen diverser Gläser und Büchsen meines Verpflegungslagers sowie dem aufnehmen des eingelaufenen Salzwassers, auch gleich wieder mal gründlich geputzt. Das gesamte Lift-Prozedere lief dann soweit professionell ab und die KYORY bekam für die nächsten Tage oder sogar Wochen einen Standplatz nur unweit der Travelliftanlage. Beim einparkieren der KYORY muss ich immer darauf achten, dass sie nicht auf den Kurzkiel gestellt wurde. Sie bekam dann vorne und hinten, wie ein Hubkieler, auf mit Holzstücken abgedeckte dicke und sehr stabile Betonrohrteile und beidseitig wurden je drei Stützsysteme festgelatscht. Dies ist natürlich keine 100% sichere Sache wie ich das noch vom genialen Stellsystem der Basimakouloi-Werft in Kilada her gewohnt bin. Aber hier stehen auf diese Weise über 200 Boote an Land, wobei die Yachten während der Hurrikan-Zeit noch mit einem speziellen Stellsystem und zusätzlichen Bodengurten gesichert werden.
Ein erster Check des Unterwasserschiffes, nach der obligaten Hochdruckreinigung, bestätigte mir, dass sich meine vor einem Jahr noch in Kilada durchgeführte Investition in die Sandstrahlung mit anschliessendem mehrfachen Auftragen eines speziellen International-Primer's sowie des International Micron Extra-Antifoulings mehr als gelohnt hat. Ich muss wirklich nur einige kleine Flecken ausbessern, wie zb am Kiel wo ich noch in Antigua bei der Werft-Ausfahrt leicht die Slipanlage touchiert hatte. Nach der umgehenden Anmeldung in der Rezeption vereinbarte ich mit Tracy, dass ich nach meiner aktuellen Planung die KYORY nach ca. 12 Tagen wieder ins Wasser setzen möchte. Dies hängt auch damit zusammen, wie schnell nun das Fedex-Paket mit den von mir bestellten Watermaker-Teilen aus Trinidad hier eintrifft und was für sonstige Arbeiten ich hier noch erledigen könnte. Vorerst besorgt mir die Marina die Abholung dieses Paketes in St. George's. Umgehend wird dann die neue Membrane, die alte funktioniert nach acht Betriebsjahren nicht mehr optimal, sowie zwei neue Manometer durch einen ihrer Techniker ausgetauscht. Ich werde über die kommenden Tage diverse kleinere Rostflecken ausbessern und die Ankerkette in voller Länge ausrauschen lassen, um diese bei den 10m-Markierungen neu zu bemalen und den Ankerkasten zu reinigen. Dann muss ich mich noch dem Problem des hier nicht mehr zu startenden kleinen Batterie-Ladegerätes nachgehen, mit dem ich jeweils die Freediver-Batterie nachlade.
Die ersten drei hier bereits verbrachten Tage und Nächte waren dann nicht immer so spassig, da nun definitiv die Regenzeit, von Juni bis Ende September, angebrochen ist. Dabei ziehen jeweils Gewitter mit doch schon etwas stärkeren Böen von bis zu 30kn über die Marina und dies in Abständen von zwei oder oder manchmal auch nur einer Stunde. Das artet dann für mich hie und da zu einer sportlichen Angelegenheit aus. Denn wenn es regnet sind meine sechs Luken zu schliessen und vorher die Moskitonetze zu entfernen - dann kurze Zeit später folgt bei strahlendem Sonnenschein die umgekehrte Reihenfolge, aber über uns wird es wieder Dunkler und ein weiterer Regenschauer fetzt über die Marina hinweg! Natürlich bin ich dabei schon auch mal zu spät dran und dies bezeichnenderweise meistens dann, wenn es für einige Minuten so richtig schüttet! Aber was soll‘s, es ist ja nur Wasser! Bereits habe ich die Lagerräume für den Ausbau der Wassermacher-Membrane geleert und alle 14 Zinkanoden am Unterwasserschiff entfernt, mit einer Stahlbürste gereinigt und wieder festgeschraubt. Wobei ich übrigens einizig die wirklich komplett zerfressene Anode am Ende des Propellerschaftes auswechseln musste.
 

Auch holte ich das Dingi vom Deck runter um es innen und aussen gründlich zu reinigen. Da ich es in der Ashton Bay für einige Tage den Kitesurfern und damals Dingi-losen Bo&Sybille überlassen hatte, sammelte sich in diesen Tagen doch einiges an Sand und Salz im inneren an. Nachdenklich stimmte mich dann, dass aus einer der drei aufgepumpten Luftkammern immer wieder irgendwo die Luft austrat. Da ich das Leck nicht ausfindig machen konnte holte ich mir beim Marina-Angestellten Vivian Hilfe. Und bereits nach 5Min. fand er zwei kleine Lecks auf der Innen- und Unterseite. Diese befinden sich, wie natürlich immer in solchen Fällen, an den blödsten Stellen bei der 3fach-Verklebung am Übergang zum Spiegelbrett. Ich übergab ihm meine Dingi-1. Hilfe-Box und Vivian versuchte diesen Schaden über die kommenden Tage zu beheben. Nach einigen Fehlversuchen schaffte er es und ich hoffe, dass dieses Kleberei nicht nur eine Notlösung ist. Aber eins ist klar, dieses vor einem Jahr über den SVB-Bootsversand in Bremen gekaufte Dingi mit mit Luftboden (CHF 800) ist halt doch eher für das Europa-Fahrtengebiet gebaut. Hier ist die Belastung durch die Sonne und das anlanden an Sandstränden um einiges grösser. Das ideale Beiboot wäre das fast ununverwüstliche Caribe-Dinge mit Festboden zum entsprechenden Preis von ca. CHF 3.000! Ich überwache nun mal mein Dingi über die kommenden Wochen und werde dann vermutlich schon mal in den sauren Apfel - Carib-Dingi - beissen müssen. Übrigens habe ich mir   diese Geschichte eh selber eingebrockt, da ich während den vergangenen Segeltagen zu unvorsichtig war, und das Dingi auf dem Vordeck nicht mit der Abdeckhaube vor der brennenden Sonne schützte und erst noch zu fest aufgepumpt hatte!
Am Montagmorgen, 30. Juni, suche ich Tracy auf und frage sie nach meinem Fedex-Paket aus Trinidad. Leider wird es erst morgen hier eintreffen. Der Techniker Herby würde dann also am Mittwoch den Austausch dieser Watermaker-Teile vornehmen. Im weiteren wird sie mir ein Gestell organisieren, damit ich va die etwa 3m über dem Boden befindliche Wasserlinie reinigen und an einen Stellen ausbessern kann. Anschliessend hatte ich mal wieder Wäsche und der Trockner machte seinem Namen hier mal alle Ehre. Am Dienstagnachmittag gehen hier in der Bay noch James&Claire mit ihrer Ocean Rainbow an eine Boje. Bald folgte über VHF ihre Einladung zum Sundowwer und um 18:00 holt mich ihr Skipper-Kollege am Dingi-Pier ab. Mit einer Flasche kalten Weissen unter dem Arm finde ich mich auf der Ocean Rainbow ein - und der Abend weitete sich dann mit der Einladung zu einem feinen Dinner bis gegen 22:00 aus! Und heute harrten die beiden mit mir vor dem Restaurant-TV aus. Aber zusammen müssen wir akzeptieren, dass nach den Engländern nun auch die Schweizer Fussball-Nati, nach dieser immerhin ehrenvollen 1:0 Niederlage gegen Argentinien, nach Hause fliegen muss. OK, unsere Jungs haben sich immerhin tapfer geschlagen und können trotz der Niederlage gegen die Gauchos stolz auf ihre Leistung sein. Claire&James werden nun aber morgen die Bay nochmals verlassen um einige Tage auf der Lee-Seite von Calivigny Island, neben der Le Phare Bleu Marina, vor Anker zu gehen. Am 7. Juli werden sie wieder hier eintreffen und ihr Boot für drei Monate an Land stellen um während der restlichen Hurrikan-Saison ihre Familien und Freunde in England zu besuchen.

Am 3. Juli führte ich weitere Ausbesserungsarbeiten am Unterwasserschiff aus, dies va dem Wasserpass entlang. Dabei musste ich beim reinigen eines ca. 20cm hohen Rumpfanteiles über dem Wasserpass feststellen, dass ich nur mit gröberen Mitteln diese von Grünzeug und teilweise mit Muscheln verunstaltete Fläche säubern konnte. Kurzfristrig entscheide ich mich diese Problemstelle am Nachmittag mit den erfahrenen Malern Isaak und Jimmy zu begutachten. Heute Montag bekamm ich nun deren Offerten über total 2'000 USD, um 1. den Antifouling-Wasserpass um 10cm anzuheben und anschliessend 2. die darüber verlaufende Rumpfwand von 10 bis 30cm, bis hin zur ersten Knickspantkante, neu zu streichen. Ich werde nun diese Arbeiten noch hier ausführen lassen, um dann hoffentlich in der Zukunft dieses Grünzeug-Problem mehr als nur eindämmen zu können. Somit würde ich also frühestens gegen den 25. Juli wieder einwassern. Damit wäre ich immer noch in meinem Fahrplan, so gegen Ende Juli herum Grenada in Richtung den ABC's zu verlassen. Somit kann ich mich mit Andrea&Kai und ihrer Silence noch in einer der hier in der Nähe gelegenen Ankerbucht treffen. Und da ich mich hier auf dem Marina-Gelände einfach pudelwohl fühle, vergeht die Zeit wieder mal wie im Fluge. Und das ist doch das schöne an meinem Langfahrtenleben, ich habe unendlich viel Zeit zur Verfügung - auch um erfolgreichen Schweizer Sportlern die Daumen zu drücken! Da unsere Fussball-Nati sich aus der WM- Turnier in Brasilien verabschiedet hat war ich gezwungen nach Mitfieber-Alternativen umzusehen. Schnell wurde ich fündig und fand sie in unserem Tennis-Ass Roger Federer. Ich werde gerne ein weiteres mal mit ihm leiden, wenn er morgen versucht seinen 8ten Titel als Wimbledon-Champion, diesmal gegen den Djoker, anzupeilen.
Okay, es ist bereits früher Sonntagnachmittag, der 6. Juli - und wie ich mit King Roger heute wieder mitgelitten habe! Aber alles Daumen drücken nützte diesmal nichts, wobei Djokovic ein verdienter Sieger ist. Und es war wieder mal eines dieser verrückten, nervenaufreibenden und emotionalen Tennis-Matches mit Beteiligung unseres Ausnahme-Sportlers Roger Federer. Und wie nach vielen anderen von ihm bestrittenenvon Matches weiss ich wieder, warum ich als Zuschauer von diesem spannenden und emotionalem Sport einfach hellauf begeistert bin! Denn Roger ist für mich nicht nur ein grosser Tennisspieler sondern auf dem Tennis-Court mit dem Filzball ein wirklich echter Zauberer!  Roger, vielen Dank für diese unvergesslichen vor dem TV ode Laptop mir bis anhin geschenkten Stunden! Auch später beim gemeinsamen Abendessen mit Claire&James, die gestern wieder hier eingetroffen sind, war Roger Federer auch im Marina-Restaurant nochmals das Thema. Dabei konnte ich wieder feststellen, was dieser wirklich beste Tennisspieler aller Zeiten doch ein für die Schweiz grossartiger Botschafter ist. Denn die beiden finden fast keine Superlativen mehr um die Leistung wie auch die Persönlichkeit von King Roger über all die Jahre, nicht nur in Wimbledon, zu würdigen! Ach, tut das mir als "kleinem" Schweizer doch gut! Übrigens informierten mich während dem Essen James&Claire über ihren Entscheid, die Wasserlinie an der Ocean Rainbow, gleich wie ich, auch um 10cm anzuheben. Auch sie haben genug vom dem wöchentlichen Grünzeugputz!

Am heutigen Donnerstag, den 10. Juli, fegt zwischen 09:00 bis 13:00 ein wirklich heftiges Gewitter mit Böen von über 30kn über die Marina. Da zogen sich die Marina-Angestellten wie auch ich ins Trockene zurück. Ich gönne mir in der Salon-Sitzecke gleich eine heisse Chickensuppe, dies noch mit Wursträdchen und einem Fleischsuppenwürfel aufgepeppt. Hie und da esse ich übrigens abends aber auch im Marina-Restaurant und kann dabei zwischen Fisch, Güggeli oder Hamburger auswählen. Gleich nach dem Durchzug der Regenfront herrscht draussen auf dem Marinagelände schnell wieder emsiges treiben. Bereits wird übrigens heute Mittag die dritte Yacht ausgewassert und irgendwo auf dem Gelände einparkiert. Nun kommt mir dieser Regen auch noch soweit entgegen, indem ich mich gegen Abend kurzfristig entscheide mittels Bürste und Cif (heisst hier so) im gefüllten Wasserkübel das Deck zu schruppen. Dies ging ziemlich flugs, da der über Stunden dauernde Regen schon einiges an Vorarbeit geleistet hatte!

Bereits habe ich hier den 17. Juli und das Maler-Team von Jimmy will heute die Teilbemalung des Rumpfes endlich abschliessen. Auch diese Arbeit hat sich infolge der immer wieder kurzfristig durchziehenden nassen Squalls in die Länge gezogen. Aber ein Kränzchen muss ich seinem Team schon widmen: Die machen hier wirklich eine professionelle Arbeit und ich kann jedem Seglerkollegen bei Karibik-Aufenthalten nur empfehlen etwaige Malarbeiten an den Booten hier in der Grenada Marine ausführen zu lassen. Gestern suchte ich wieder mal St. George's auf, denn ich hatte diverse Bootspapiere mit dem Ende Oktober auslaufenden Original-Flaggenschein per Fedex an das Schweizerische Schifffahrtsamt (SSA) in Basel zu schicken. Das SSA wird mir dann einen neuen bis 10.2017 gültigen Flaggenschein nach Curaçao zustellen. Natürlich erledigte ich dabei auch einige weitere kleine Einkäufe und bummelte wieder durch dieses einfach bezaubernde Städtchen.
Anlässlich der Rückfahrt mit dem Kleinbus konnte ich mich wieder einmal mehr von der Hilfsbereitschaft der Caribbean erfreuen. Eine ein bisschen übergewichtige Mama bat den begleitenden Cash-Boy, der jeweils bei den Fahrgästen die Fahrtkosten einzieht, beim nächsten Stopp ihren Jungen im nahen Kindergarten abzuholen. Okay, der Bus hielt bald an und der Cash-Boy musste etwa 100m den Hang hinuntersteigen, um dann irgendwo im Gebäudeinnern den Jungen abholen. Nach einigen Minuten kam er dann wieder zum Wagen zurück und übergab den Buben seiner Mama und beide feierten ein fröhliches und lautes wiedersehen. Nun, bei dieser etwa 10Min. dauernden Aktion, war das für die im Bus eingepferchten und schwitzenden 18 Carribean und mir kein Gesprächsthema und mit Ankunft des Jungen erfreuten wir uns alle herzlich an dieser Geschichte. Wenn ich mir so ein solches Erlebnis in der Schweiz vorstelle - ich glaube da würden sich einige der Passagiere aufbegehren und lautstark motzen!?
Grenada ist ja für mich nun also die letzte Insel die ich hier in der Karibik aufgesucht habe um dann bald mal die ABC's anzusteuern. Und wenn ich wählen könnte, noch einige Jahre auf einer Karibik-Insel zu verbringen - dann würde meine Wahl eindeutig auf Grenada fallen!
Den Freitag hat es nun hier nachmals komplett verregnet, denn es zieht ein Gewitter um das andere über die Marina hinweg. Kein Problem für mich, auch diese Regenpausen verbringe ich am Laptop, arbeite die Mail-Post ab und komme auch in diesem Blog und im Reisebuch wieder ein grosses Stück voran. Und dazwischen ziehe ich einige Seiten aus einem Thriller rein. Über das Weekend widmete ich mich bei wieder vermehrtem Sonnenschein den Rostflecken der Badeplattform und dem in die Plattform integrierten Winkelgestell für die Hydrovane-Anlage. Das heist vorbildlich sanden, 2x primern und anschliessend 2x die Deckfarbe auftragen. Dazwischen tauschten Sandra und ich am Sonntagnachmittag 15:00 (21:00 CH-Zeit) aktuelle News aus unseren zwei Kontinenten. Und abends bekochte ich mich wieder mal mit Spaghetti Arrabbiata auf meinem Hausboot KYORY.

Am Montag 21. August zieht ein starker, über zwei Stunden lang dauernder Gewittersturm mit Böen von über 30kn über die Marina hinweg. Und auch die Folgetage bringen sehr wechselhaftes Wetter mit vielen Regenschauern. Dadurch verzögern sich vor allem meine restlichen Streicharbeiten um weitere Tage. Mit Vivian, einem der vielen sympathischen Marina-Mitarbeitern fahre ich gegen Donnerstagabend zu einem ca. acht Kilometer entfernten Foodland, damit ich meine Lagerbestände an Verpflegung und Getränken ergänzen kann. Anschliessend befülle ich in der Laundry noch zwei Waschmaschinen und danach gibt es noch eine kühle Dusche. Nach 19:00 gönne ich mir im Marine-Restaurant gegrillten Fisch mit Reis. Das mache ich übrigens jeden zweiten oder dritten Tag so, denn im Boot ist es jeweils an Land sehr schnell gegen 35° und da macht dann das Kochen nicht mehr grossen Spass. So, nun halte ich mich bereits die vierte Woche - bei vorgesehenen 10 Tagen! - hier in der Grenada Marina auf! OK, auf meine weitere Segeletappe nach Curaçao hat dies keinen direkten Einfluss. Ob ich nun über die Hurrikansaison noch einige Wochen länger hier im südlichen Grenada verweile spielt auch im Zusammenhang mit der Sicherheit für mich, die KYORY wie auch für die Versicherung keine Rolle. Und das Seegebiet ist auf dieser anstehenden Strecke zu den ABC-Inseln sowieso das ganze Jahr über gut zu besegeln. Also werkle ich weiterhin an der KYORY,  sitze halt wieder mehr als sonst am Laptop oder lege mich mit einem Buch auf eine der Backskisten. In diesen Tagen nehmen es auch Kai&Andrea mit ihrer Silence auf der Fahrt von Union Island der Ostküste von Grenada hinunter sehr gemütlich. Die beiden steuern auf ihrer Fahrt die einte und andere Bucht an und unternehmen Ausflüge zu lohnenden Zielen in den bergigen Regenwald. Somit werden wir unser Wiedersehen in der Mt. Hartman’s Bay so um den 10. August rum feiern. Während diesem gemeinsamen Aufenthalt wird mir dann Kai nochmals einige "Nachhilfestunden" am Laptop und i-pad gewähren. Aber verflixt, noch bin ich an Land und möchte nun mit der KYORY endlich wieder zurück ins Wasser.
Dann am Mittwoch, 30. Juli ist es soweit um 11:30 hängt die KYORY am Lift und die Abstützungen werden entfernt, damit ich an den restlichen Flecken noch Antifouling auftragen kann. Nach dem Lunch um 14:30 fährt der Lift  mit der KYORY zum Liftbassin und nach einigen Minuten schwimmt sie wieder in alter Frische im Wasser. Schnell verschraube ich die schon eingesteckte Logge , checke alle Seeventile und schon kann ich problemlos den Motor starten. Langsam tuckere ich hinaus in die St. David’s Bay, verfolgt von Devon in seinem Dingi, der mir beim festmachen an eine Boje hilft. Denn ich will diese Nacht noch ruhig hier in der Bay verbringen um verschiedene Tests durchzuführen. Dabei gilt der wichtigste Test meinem Watermaker, aber nach dem Membranen-Austausch ist auch unter Druck alles dicht. So richtig in Betrieb werde ich ihn aber erst auf der morgigen Fahrt nach der Mt. Hartman's Bay nehmen, da hier nach jeweils erfolgten Squalls einiges an schmutzigem Wasser von den Bergen in die Bay hinunter geflossen ist.