Letzter Schliff an der KYORY in der Shelter Bay Marina in Colon - mit Vorbereitung des Panama-Kanal-Transit!  

Heute Samstagmittag, 30. Mai 2015 möchte ich euch, ergänzend zum letzten Blog-Beitrag, über die aktuellen Arbeitsschritte an der KYORY und was sonst noch so auf dem Marina-Gelände so alles abläuft, sowie vor allem auch über den anstehenden Kanal-Transit informieren. Und auch diesmal beinhalten meine Texte halt einiges an Böötler-Fachbegriffen! Da doch auch viele Seglerfreunde meine Beiträge lesen, bitte ich einmal mehr die Nicht-Segler unter meinen Blog-Leserinnen und Lesern, mir diese Fachausdrücke zu verzeihen. Aber vielleicht habt ihr ja auch den Ehrgeiz diese teilweise komische Seglersprache doch ein wenig näher kennenzulernen.
Diese Woche fuhr ich am Montag zum ersten Mal mit dem Marina-Shuttle-Bus, Fahrzeit 45 Minuten, nach Colon hinein. Dabei wollte ich, da mich das Marina Repair Office bei der Suche nicht unterstützen konnte, unteranderem 12 neue Zinkanoden für mein Unterwasserschiff beschaffen. Meine Besuche bei zwei Shipchandlern blieben aber ohne Erfolg und es blieb mir nichts anderes übrig, als nach meiner Rückkehr in der Marina, diese Anoden bei einem US-Anbieter übers Internet zu bestellen. Dabei wurde mir die Anlieferung unter einem Priority-UPS-Transport bereits auf gestern Freitag versprochen. Dabei kommt mich aber dieser schnelle Transport verständlicherweise teurer zu stehen - mehr als die Anoden selber! Aber ich will nun einfach nicht die schon über die Hälfte zerfressenen Anoden nochmals am Unterwasserschiff anschrauben, denn über die kommenden Monate möchte im Niemandsland des Pacific kein diesbezügliches Risiko eingehen. Übrigens war es eine abwechslungsreiche Busfahrt, weil der Bus gleich wenige Meter hinter den grossen Toren der ersten Gatun-Schleuse, den Kanal über eine Drehbrücke passieren muss. Und wenn dann gerade ein Dickschiff geschleust wird fällt natürlich eine mehrere Minuten dauernde Wartezeit an. Aber wir hatten Glück, auch bei der Rückfahrt hatten wir freie Bahn.
Aber wieder einmal mehr kann ein versprochenes Lieferdatum, diesmal das für meine Anoden, nicht eingehalten werden. Am Mittwochmitteg ging bei mir die folgende Mail aus den USA ein:

Von: BoatZincs
Gesendet: Mittwoch, 27. Mai 2015 11:55
An:
fx.lang
Betreff: RE: RE: SY KYORY: Zinc Anodes

Franz,

I just found out the ETA of your order will be on Tuesday, June 2nd.  I am not quite sure what happened but I hope this is ok as the package in now in Louisville Kentucky.

Best regards,

Maryanne Olsen

Ja, so ist das Seglerleben und einmal mehr habe ich meinen Gedulds-chip umgehend aktiviert! - Ausser schmunzeln bringt da wirklich nichts!

Gegen Dienstagabend, nach weiterem ununterbrochenen Arbeiten an der KYORY, hatte ich Melvin an Bord, ein Techniker der Overseas Electronic, Panama, der aufgrund einer schon seit längerem von der Herstellerfirma meiner EPIRB-Notrufbake avisierten Rückrufaktion, unter Garantie einen kleinen Teileaustausch vornehmen musste.
Und nach dem Mittwoch-Lunch wurde es auf einmal nebenan auf der Brigante hektisch, da Victor mit seinem Liftkran vorfuhr, um sie zum vereinbarten einwassern abzuholen. Nur, es ist irgendwie bei uns Skippern immer das gleiche, bis zur letzten Minute wird auf unseren Booten gewerkelt und es läuft einem die Zeit davon. Vorerst wird die Brigante, die voll auf ihrem grossen Kiel platziert war, um etwa einen Meter angehoben, damit nun die italienische Crew um David auch die Kiel-Unterseite noch anschleifen, primern und dann das Antifouling auftragen konnte. Dabei ist es auch hier nicht erlaubt, dass in dieser Lift-Phase sich noch jemand auf dem Boot aufhält. Aber in der entstanden Hektik ging bei der Brigante-Crew einiges vergessen! Mit einem peinlichen Lächeln kam Skippi David auf mich zu und fragte: Francesco, shit - wir haben vergessen vor dem runter steigen vom Boot unsere Flex, Schmiergelpapier, Primer, Pinsel usw. mitzunehmen. Prego, könntest du mir mit entsprechendem Material aushelfen? Ist doch kein Problem und ich konnte ihm das gewünschte übergeben, wobei er dann aber noch eine Überraschung erlebte, als er die Kielunterseite seiner 20 Meter langen Brigante kontrollierte. Seine Crew klopfte und löste dann vorerst während etwa zwei Stunden teilweise über 2cm dicke Filler-Schichten weg. Zum Glück hatte Victor wenigstens diesen Nachmittag keinen weiteren Lift-Termin, so dass sich die Brigante-Crew genügend Zeit nehmen konnte, ihren Kiel doch noch in einen einigermassen seetauglichen Stand zu verwandeln und um 17:00 lag sie dann bereits im Wasser des Liftbassins! David hatte mich dann gestern Abend als Dank für meine Unterstützung zum Apéro ins Marina-Restaurant eingeladen. Zu viert tauschten wir unsere Segelerfahrungen im Mittelmeer und Atlantik aus - und es wurde dann noch ein sehr vergnüglicher Abend daraus!
  

Nun aber wieder zu meinen Arbeiten auf der KYORY: Inzwischen konnte ich auch den Motor-Ölwechsel mit Austausch des Ölfilters sowie der drei Dieselfilter, inklusive tausch des brüchigen Lichtmaschinen-Keilriemens, wie das wechseln des Getriebeöls abschliessen. Aber den Motor darf ich leider erst nach dem einwassern einem Testlauf unterziehen. Und auch die Kühlbox habe ich wieder mal ausgeräumt und mit Soda und Vif ausgewaschen. Nebenbei fertigte ich in der Marina laundry noch zwei Maschinen voll Wäsche ab. Auch über die vergangenen Tage wurde das KYORY-Unterwasserschiff weiter für das auftragen der zwei auf das Weekend eingeplanten Antifouling-Anstrichen vorbereitet. Dabei musste durch zwei Marina-Mitarbeiter, in müh voller Arbeit, wegen der zu spät erfolgten Hochdruckreinigung durch die Marina, die letzten Müscheli-Ablagerungen weggekratzt und die ganze Fläche von Hand mit einem 180er Korn angeschliffen werden. In kleinere tiefer liegende Spots wurden nach dem punktuellen primern ein wenig Filler aufgetragen. Beim Ruder-Haftproblem entschied ich mit definitiv, es nicht Blank zu polieren sondern auch wieder mit Primer und Antifouling einzukleiden. Also schliff ich vorab die Ruderfläche mit einer 36er-Kornscheibem der Flex rau an und nach dem reinigen und trocknen wurden umgehend die ersten drei von vier Primerschichten aufgetragen. Die letzte Schicht folgt erst heute nach, da der Marina zuerst wieder Primer angeliefert werden musste.


Für gestern Morgen früh hatte ich folgende Arbeiten eingeplant: Die chemische Reinigung der Wassertanks und der Zuleitung mit ersetzen der drei Wasserfilter. Den verbogenen Pfeiffer-Mastbeschlag am Genua-Baum auswechseln. Dann das Dingi auf den Vorplatz runter lassen, damit ich am Heckspiegel die Halterungen für die beiden Transporträder montieren kann.
Okay, war so eingeplant, aber die Marina funkte mir dazwischen, denn Victor musste infolge Verschiebung eines Speedbootes in die neue Halle, die im Weg stehende KYORY um 50 Meter nach hinten neben das Liftbassin um platzieren. Um 08:00 starteten diese Kranmanöver und gegen 10:00 fand ich mich mit der KYORY bereits am neuen Standplatz ein. Okay, mit solchen Aktionen muss man auf einer Marina halt rechnen und mit ihnen auch umgehen können. Ist für mich ja eh kein Problem. Ich habe ja nun sicher noch vier Tage Zeit meine Arbeiten soweit es geht zu erledigen. Am Nachmittag setzte ich mich ein weiteres Mal in den Marina-Bus und liess mich ins Einkaufszentrum Rey, Quatro Alto von Colon transportieren. Unter anderem wollte ich neben 10m Lautsprecherkabel beim Shipchandler Abernathys mein Motor-Ersatzteillager noch mit einem Jabsco-Impeller und einem Man-Ölfilter ergänzen. Aber, was mich aufgrund meines letzten Besuches hier nicht mehr weiter überraschte, meine Wünsche konnten mir nicht erfüllt werden. Ist aber weiter nicht so schlimm, habe ich doch schon noch einen entsprechenden Impeller und auch Ölfilter am Lager. Aber doppelt oder zweifach genäht hält halt besser. Nach weiteren kleinen Lebensmittel-Einkäufen bestieg ich vor dem Rey wieder den Bus zurück in die Marina. Und diesmal verlief die Rückfahrt um einiges spannender als am vergangenen Montag. Wir hatten nämlich vor der Kanal-Brücke einen Stopp von gegen 30 Minuten einzuhalten, da gerade vor uns zwei Containerschiffe der Cosco- und Yang Ming-Linien geschleust wurden. Dies ist für uns Segler natürlich eine Abwechslung, solch eine Schleusung mal aus diesem Blickwinkel mit verfolgen zu können. Somit sind wir dann halt um einiges verspätet wieder in der Marina eingetroffen.            

Und heute Samstag hätte ua das komplette Unterwasserschiff, inklusive Ruder, durch zwei Werksmaler die erste Antifouling-Schicht erhalten sollen und die zweite Schicht wäre am Montag aufgetragen worden.  Aber ihr ahnt es, wenn hier das Wort „hätte“ steht, hat mal wieder was nicht geklappt! Diesmal ist es die Verbindung von Natur und Technik. Da es letzte Nacht nie zu Regnen aufhörte, wurde hier einiges grossflächig überschwemmt und dabei wurde die Starkstrom-Verbindung zwischen Colon und der hier am Urwaldrand liegenden Marina gekappt. Die Mittagszeit ist vorbei und nach Einschätzung des Marina Managements wird es schwierig, an einem Weekend die notwendigen Techniker aufzubieten! Ja, das sind wir Europäer von unseren 24Stunden-Picketdiensten schon verwöhnt! Also sind uns Bootseignern die Hände gebunden und ich habe, wie alle andern die auf dem Hartplatz stehen, das zusätzliche Pech, dass ich meinen Diesel nicht starten darf und somit über den Dynawatt-Geni leider keine 230V produzieren kann. Okay, dann übertrage ich mal im Internet-Raum der Hotel-Lounge diesen Text in den Blog und erledige dann heute noch Arbeiten, die keinen Pfus benötigen! Ansonsten kann ich immer noch über den Inverter (produziert 230V aus den 12V-Batterien) für kurze Einsätze mal die Bohrmaschine oder was auch immer laufen lassen. Auf alle Fälle will ich über dieses Weekend ergänzend ein weiteres Mal die Hydrovane/Bäru-Anlage auf der Badeplattform abbauen, um den wieder aufgetauchten Rost-Spots an den Kragen zu gehen. Und im Bimini ist noch ein Riss zu flicken und dann sollte ich endlich die Lager in der Vorpiek, Bugkabine, Hundekoje und Backskisten neu organisieren sowie den Heckanker mit Vorlaufkette und Leine neu zusammensetzen.

Dieser Tage waren übrigens mit Laura&Thorsten noch zwei neue Gesichter bei mir auf Besuch, ein deutsches Skipper-Paar aus Kiel, die mit ihrer Corinthian unterwegs sind. Als Elektroniker ging Thorsten der Fehlerquelle bei meinem seit einigen Monaten nicht mehr brummenden BB-Lautsprecher im Cockpit nach. Den Fehler konnte er dann auch eruieren und ich werde nun heute ein neues Kabel einziehen. Auch zeigte er mir eine Lösung auf, wie ich trotz eines etwaigen Stromausfalles, mein elektronisch gesichertes Gassystem weiter aufrecht halten könnte. Und leider fand somit auch Thorsten keine Zeit mehr, mir eine Schnellbleiche an meiner Icom-KW-Funkanlage zu vermitteln, da die beiden gestern Mittag auf einen kurzfristig eingeplanten Törn in Richtung Costa Rica losgezogen sind.
Am Montag werden unter Aufsicht eines Rigg-Spezialisten alle Wanten und Stagen auf der KYORY nachgespannt. Auch ist an der Lazyjack-Tasche der streikende Reisverschluss neu einzuziehen. Dann steht noch der Gross-Einkauf zur Aufstockung meines Lebensmittellagers in Colon an. Auch sollte oder möchte ich doch noch…usw, usw… 


Jetzt aber noch einige Infos zu meiner anstehenden Panama-Kanal-Durchfahrt:
Auch wenn nach meinem Transit mit der Rickmers Antwerp im 2008 nun die zweite Kanal-Durchfahrt auf mich zukommt, ist natürlich ein solcher Transit mit einem Segelboot durch die sechs Kanal-Schleusen was ganz anderes. Und trotz grosser Vorfreude bin ich natürli scho es betzeli chrebelig druf! Nun, aufgrund meiner sonstigen noch auf der KYORY zu erledigenden Arbeiten habe ich bereits vor einigen Tagen entschieden, mich für das organisieren dieses Transits von einem Agenten (Zusatzkosten von 350 USD) begleiten zu lassen. Der mir durch den Marina-Manager John empfohlenen Agenten Erick, stellte mir per Mail am 25. Mai 2015, folgende, die für einen solchen Transit notwendigen Vorbereitungen, mit den entsprechenden Kosten und Auflagen der Kanalbehörden zu - und somit seid auch ihr über die aktuellen Transit-Details informiert und seid Hautnah dabei. Oder auch wieder, da ja die einten oder anderen unter euch bereits schon mal mit einem Passagierschiff den Kanal durchfahren haben:

Von: Erick Galvez
Gesendet:
Montag, 25. Mai 2015 17:08
An: fx.lang
Betreff: Panama Kanal-Transit

Dear Capt  Franz,

First of all thanks for contacting us.
Let me know once you are in the water and slip number to request inspection, I here to anticipate proforma and scenario for your sailing boat with the different cost in USD.

Transit tolls:                          800.00  USD 
Transit inspection:                54.00
Transit Security fee:            130.00
Fenders & lines rental:         60.00 (no tires)
Bank/Taxes/cc %                   60.00
4 Person as Handliners:       400.00 (100 USD p/person)
Agent service Fee:     350.00
Check out fee:                         35.00
Total                                      1‘889.00 USD

(Hier mit einem Text-Einschub noch ein Vergleich zu dieser von mir zu entrichtenden Transit-Gebühr von 1‘889 USD: Ein Frachter mit einer Länge von 200m bezahlt zB eine Gebühr von etwa 50.000 USD und eines der grossen Kreuzfahrtschiffe hatte mal vor Jahren 600.000 USD bezahlt, dies aufgrund der Berechnung nach der Passagieranzahl.)

Procedure:
Advance information will be required to register your boat with the Canal Authorities. (email back to me):  > It is already done it.
Scenario:
Once the above information is submitted to the canal authorities a Ship Identification Number is assigned, with an arrival time register I may order the Canal Admeasurement inspector to measure your boat at Shelter bay marina or the Flats anchorage Cristobal, inspection are done Monday through Friday and they are not done daily due to other commitments with merchant vessel. They are mostly done on tuesday/wednesday/thursday. However I will be pushing to obtain an inspection as soon as possible, therefore, could be two to three days for an inspection or if we are lucky the following day of your arrival if its Monday-Friday and In some cases on Saturdays as well.
Upon completion of admeasurement inspection a transit can be obtain for between 2-3 days after if season is low, or a fix date with anticipation and also due to and subject to transit Advisor Disponibility.
Once you get admeasured then I will collect funds, Transit tolls and agent fee by Credit card or cash, in order to Guarantee your transit.  No Buffer (Deposit) fee is request from my side when transit is Atlantic to Pacific.
Very important to give your real speed to the admeasurement inspector and read forms you are signing, also, position choosen are your election at the end and normally will be center , nested to another yacht, alongside a tug boat, and you will reject sidewall. Other information are basic characteristic of your boat and inspector will give you a overview of rules and procedures.
Then I will provide 8 Mooring Fenders and 4 set of lines 125 ft long 7/8 for transit.
Transit pilot are assigned from 1:00 to 7:00 pm daily and you will transit up to Gatun lake and then resume the following day about 0600hrs and complete passage about 2pm.
You will need 4 person as handliners for canal transit + the Captain steering. At a cost of $100.00 each for the two day passage, payable in cash to each one after transit.
Once you complete transit you will come close to the Balboa yacht club fuel dock and wait for the club tender to pick fenders, lines and handliners.
You will tip the boatman with $12.00
Good attitude and patient is require when you come to Balboa yacht club otherwise they will not assist.
Please note this is the only place I will collect equipment.
To checkin and checkout, please ensure to have 4 copies of passport/crew list/boat registry/cruising permit, and It will be done at Shelter bay with the Inspector on site.
Check out fee $35.00 to obtain consent to depart in town and clearance.
I will collect all documents and fees.

Best Regards
Erick Galvez

So, und ich versuche nun meine hier noch eingeplanten Arbeiten auf der KYORY zügig abzuschliessen, da ich ja - infolge der Anoden-Lieferverzögerung aus den USA - frühestens am Mittwoch mit der KYORY zurück ins Wasser kann. Umgehend wird dann Erick den Inspektor zur Boot-Ausmessung in die Marina aufbieten. Womit ich dann vielleicht mit einem Kanal-Transit per ca. 8. Juni rechnen könnte. Und hier noch ein Transit-Schnäppchen für etwaige Panama-Kanal-Fans oder sonstig Interessierte! Es ist möglich, die KYORY bei ihrem sicher für den Skipper aufregenden und spannenden Kanal-Durchfahrt, den ich dann vorher noch im Blog unter „Last News“ mit dem Transit-Datum festhalten werde, die einte oder andere Sequenz über die Panama-Kanal-WebCams mit zu verfolgen. Aber Achtung, nicht immer funktionieren die Kameras oder sind auch eingeschaltet, wobei sich übrigens die Bilder in 10 Sekunden-Schritten vorwärts bewegen. Auch müsst ihr berücksichtigen, dass die vereinbarten Transit-Zeiten vom ACP noch kurzfristig nach hinten oder vorn verschoben werden könnten und ich dabei nicht mehr Zugriff auf die Blog-News hätte:    
Seis drum, ihr müsst einfach  
http://www.pancanal.com/eng/photo/camera-java.html  in die Internet-Adresszeile stellen und schon können die Webcams bei der Miraflores Lock (Schleuse), die Cenntenial Bridge oder die Gatun Locks angeklickt werden. Da ich ja von Osten nach Westen unterwegs bin, fahre ich als erstes so gegen Abend um 19:00 in Richtung Gatun Locks. Die Handliners habe ich dann bereits schon vorher noch in der Marine aufgepickt. Beim anschliessenden warten in dem für die Transit-Yachten zugewiesenen Ankerfeld steigt dann auch noch der Pilot zu. Dann geht es durch die drei Gatun Locks, um dann etwas nach 22:00 im 26m höher liegenden Gatun Lake an einer Boje zur Übernachtung festzumachen. Dort verlässt der Pilot die KYORY und mit mir übernachten dann aber die vier Handliners auf dem Boot. Am nächsten Morgen kommt um etwas nach 06:00 ein neuer Pilot an Bord der KYORY um uns dann anschliessend durch die drei Schleusen auf der Pacific-Seite zu führen. Vorerst geht es aber etwa 20sm über die betonnte Wasserstrasse durch den Urwald bis nach Gamboa und anschliessend tuckere ich unter Motor noch weitere 7sm durch den Gaillard Cut bis zur Pedro Miguel Locks. Um ca. 12:00 erfolgt die Schleusung und weiter geht es durch den Miraflores Lake zu den beiden Miraflores Locks. Nach dem passieren dieser zwei Miraflores Locks sind es dann nur noch etwa gut 2sm bis zum Balboa Yacht Club, wo mich der Pilot und die Handliners um etwa 14:00 wieder verlassen werden und ich auch die Miet-Leinen und die Fender abzugeben habe. Ich fahre dann gleich nochmals gut 2sm weiter zur Flamenco Marina um dort nochmals Diesel zu bunkern. Je nach Situation, verbringe ich noch dort die folgende Nacht oder die KYORY und ich nehme gleich die mit 4.000sm längste Segeletappe meiner Langfahrt in Angriff, die uns in etwa 35 - 40 Tagen und Nächten nach Atuona auf der Insel Hiva Oa der Marquesas bringen sollte.
Also, schaut doch schon mal vorher in die Kanal-WebCams rein! Viel Spass dabei! Eine detaillierte und bebilderte Beschreibung meiner Kanal-Durchfahrt mit der langen Etappe zu den Marquesas folgt dann in einem späteren Blog-Reisebericht nach.


Somit habe ich mich also in diesen Tagen schweren Herzens entschieden, auf den Landfall in Galapagos zu verzichten. Wobei folgende Gründe zu diesem Entscheid geführt haben: Seit einigen Monaten machen es die equadorianischen Behörden uns Seglern wirklich schwer die Galapagos Inseln überhaupt noch anzulaufen. Dabei geht es vor allem um die möglicherweis durch Segelboote mit ihren Unterwasserschiffen eingeschleusten Verschmutzung der Flora&Fauna dieses Naturparadieses. Nun, irgendwie kann ich die Angst der Galapagos-Behörden wohl nachvollziehen, aber ob wir kleinen Segler dabei das grosse Problem sind bezweifle ich. Ob jeweils die Unterwasserschiffe der Frachter und Tanker (ist doch vor wenigen Monaten vor Santa Cruz ein Frachter auf ein Riff aufgelaufen) auch so wie wir Segler unter die Lupe genommen werden, erlaube ich mir mal zu hinterfragen. Und wie schreckt man nun am besten und einfachsten die Segler von einem Galapagos-Besuch ab? Natürlich indem man die Gebühren um ein mehrfaches anhebt und begleitend Bussen verteilt, wenn die Segler gewisse Vorgaben nicht erfüllen oder verstehen wollen. Derzeit, und die Auflagen können sich täglich ändern, sind bei einem 3-Tages-Aufenthalt mit Gesamtgebühren von über 1.500 USD zu rechnen! Dabei sind noch keine Ausflüge auf Ausflugsbooten zu weiteren Inseln dieses Naturschutzreservates eingerechnet. Auch wenn dieser Stopp ein Highlight auf meiner Langfahrt hätte sein sollen, also wirklich unter diesen Begleitumständen verzichte ich auf den Besuch dieser Inseln. Dh ich werde diese u-choge langi Nonstop-Route, meinen vorliegenden Daten entsprechend - und natürlich je nach Wettersituation - wie folgt planen: Ich versuche vorerst ab Panama nördlich des Äquators (und somit auch weg von den Galapagos) weiter nach Westen zu kommen, um erst bei etwas über 100°W den Äquator zu überqueren und dann dabei auf einem SW-Kurs die Marquesas anzupeilen. Dies im Wissen, dass dies einfacher gesagt als gesegelt oder motort ist. Denn in diesem nicht einfach einzuschätzenden Fahrtengebiet rund um den Äquator werde auch ich die einten oder anderen frustrierenden Wettererlebnisse mit anderen Seglern teilen zu teilen haben. Sollten aber zum Anfang dieser Etappe auf der KYORY irgendwelche Probleme auftauchen, ob dies nun die Technik oder der vielleicht schon ausgereizte Dieselverbrauch oder auch gesundheitliche Probleme betreffen, hätte ich natürlich keine Bedenken im Notfall trotzdem die Galapagos anzulaufen. Dies also kurz zu meinem Entscheid auf die Galapagos zu verzichten. Wobei ich noch anfügen kann, dass derzeit etwa 90% der sich auf dieser Route befindlichen Segler die gleiche Entscheidung gefällt haben.

Abschliessend nachfolgend noch kurz die aktuellen Positionen meiner Langfahrten-Freunde, die entweder in der Karibik oder in der Südsee unterwegs sind,  oder sich noch in der griechischen Ägäis für grössere Taten aufwärmen:
Die Red Harlekin meiner Schweizer Freunde Erwin&Jrmina hat zwischenzeitlich ohne grössere Probleme die Galapagos erreicht und befinden sich derzeit auf der Insel Santa Cruz.  Gratuliere euch beiden!
Jürg, ein weiterer Schweizer hat seine Melanie in der Grenada Marina auf dem Hartplatz abgestellt, die er dann nach seiner Schweiz/Thailand-Abwesenheit im Oktober wieder entern wird.
Die zweier Flottilie Rosine und Tiedvertriew von meinen unverwüstlichen deutschen Seglerkollegen Wolfgang und Klaus, ist gerade dieser Tage auf Takaroa, im Tuamotus-Archipel angekommen. Einfach super, wie da diese beiden Oldies den Pacific absegeln. Haltet die Ohren steiff!

Kevin, mein weiterer  Schweizer Seglerfreund wird in diesen Tagen sicher seinen Eltern Kolumbien auf dem Wasser mit der Marianne und Land per Bus ein bisschen näher bringen.  Seid herzlich gegrüsst!
Und die Silence von Andrea&Kai ist unterdessen um einige Erlebnisse aus der nördlichen Karibik reicher und ist wieder zurück in ihrem „angestammten“ Kitesurf-Gebiet vor Union Island eingetroffen. Dazu wünsche ich euch beiden wieder viel Spass beim erlernen neuer Zirkus-Kunststücke!
Bei Sybille&Bo, mit ihrer SYBO, gehe ich davon aus, dass sie sich immer noch in Ft. Lauderdale/Florida aufhalten, um ihre Yacht zu verkaufen. Viel Glück!
Und mein weiterer Seglerkollege Victor aus "alten" Kilada-Zeiten wird mit seiner Magonia sicher wieder mit grosser Freude durch die Ägäis segeln um dann irgendwann in einigen Monaten auch in Richtung  Westen aufzubrechen.
Und in Kilada konnte die stolze Summerset der Familie von Ruedi&Ute mit dem unverwüstlichen Sohnemann Philipp ihre ersten Testmeilen erfolgreich abschliessen und ist vermutlich langsam bereit für grössere Törns. Und ich freue mich schon auf das Wiedersehen mit der Summerset irgendwo in der Südsee!? Einfach Supi!
Auch auf ihren weiteren Seemeilen wünsche ich all meinen Seglerfreunden beim rauschen durch die See viel Spass mit Mast- und Schotbruch!