Unvergessliche Ostertage in Taiohae auf Nuku Hiva und dann war es soweit: „It’s time to say goodby!” – dies auch später in Atuona auf Hiva Oa!

Aufgrund der verspäteten Anlieferung der in New Caledonia bestellten Watermaker-Förderpumpe wird von uns einmal mehr Geduld erwartet! Aber da wir uns ja in der Südsee befinden, geben uns diese zusätzlichen Tage in Taiohae verständlicher Weise keine Probleme auf. Denn im Zusammenhang mit unseren vielen Kontakten zu marquesischen Freunden und Seglerkollegen gingen auch die vergangenen Oster-Tage im Schnuz vorbei! 

Auf den 13.4.2017 waren wir zB zusammen mit Thomas&Anja von der Robusta zu einem Schweizer Abend - wir wollten einfach mal wieder einen Abend lang nur Schwiizer-Dütsch schnörre - auf die Maya von Herbert&Asma mit ihren Jungs Adam und Sämi eingeladen. Natürlich haben wir uns untereinander schnell verstanden und es entwickelte sich in den Folgestunden ein wirklich humorvoller Abend! Wobei es der exzellent Gitarre spielende Herbert freundlicherweise überhörte, wenn wir im gemischten „Maya’s Backboat chorus“ es betzeli daneben sangen! Es war für uns Gäste auch mal was spezielles nach 20:00 den beiden Jungs, in Begleitung von Papi, noch ein Guet-Nacht-Gschechtli vorzusingen! Dazu begleitend ein grosses Kompliment an Herbert&Asma wie sie auf ihrem auch begrenzten Wohnraum der 41ft-Bavaria das Leben mit ihrer 4köpfigen Familie liebevoll managen! Nochmals vielen Dank an die Maya-Crew für diesen schönen Abend und es ist für uns bereichernd eure Familie kennengelernt zu haben!
Am 14. April suchten wir Kevin auf, der in diesen Tagen zusammen mit seiner Frau Annabelle das Office seines Yacht-Services neu gestaltet. Bezüglich unserer Wasserpumpen-Anlieferung gab es auch seinerseits keine Neuigkeiten und Annabelle begleitete uns ein weiteres Mal zu einer der Wasser-Abfüllstationen. Nach dem anschliessenden Einkauf im Magasin Larson trafen wir am Pier noch auf Sid, der mit seiner weissen Princess vorbei ritt. Bei Henrys-Snack benötigten wir dann noch ein wenig Sitzleder, da wir uns zum Smal-talk zu einigen unserer Seglerkollegen setzten.
  
Das mit weiteren Einladungen gespickte Oster-Weekend hatte für uns folgende Überraschungen parat: Auf den späteren Samstagnachmittag vom 15. April organisierte Sandra mit Andreas für einige mit uns befreundeten Yacht-Crews und Marquesern eine kleine Grill-Party. Dies beim unweit des Strandes gelegenen Bungalows von Moana, wobei alle ihr eigenes Essen und die Getränke mitbrachten. Bei der Überfahrt zu dieser Party, die im westlichen Teil der Bucht stattfand, nahm ich in unserem beräderten Dingi noch die Maya’s mit. Das ansteuern des Strandes mit den Brandungswellen gab uns keine Probleme auf und wir parkierten das Dingi neben dem Strandhäuschen. Umgehend begaben wir uns zu Moanas Bungalow und es war dann einfach wieder schön zu beobachten wie schnell alle untereinander Kontakt fanden und es sich daraus wieder eine rundum friedliche Fété entwickelte. Frau Dr. med. Alana versuchte dann mittels einer grösseren Menge Augen-Flüssigkeit meine rechtes Auge auszuspülen, da mich dort schon seit Monaten einfach irgendwas stört. Das Auge hatte ja bereits der Arzt in Atuona untersucht aber nichts gefunden. Und auch die heutige Verarztung brachte nichts neues zu Tage und somit werde ich dann in Papeete einen Augenarzt aufsuchen. Es gibt aber noch erfreulicheres zu berichten, denn der Osterhase war gegen Abend noch unterwegs und versteckte einige Schoggieier unter den Palmen. Natürlich war die nachfolgende Eier-Suche von Adam&Sämi erfolgreich und gemäss ihren Erzählungen wurde von ihnen dann später nicht nur ein „grosser Hase“ mit Riesenohren sondern auch noch „zwei kleinere Hasen gesichtet!“ - Ist doch einfach süss, dass es Kinder gibt, die in der heutigen Zeit noch an den Osterhasen glauben! Neben dem Essen wurden von den älteren Partygästen wieder die „aktuellsten Welt-Themen“ besprochen, wobei wir Segler uns verständlicherweise auch über die nächsten Destinationen unserer Langfahrtenpläne austauschten. Und ja, Familien mit Kindern wie die Maya’s und Elderly poeple wie ich, zogen sich schon kurz nach 20:00 auf unsere Boote zurück, dies natürli es betzeli früher als die restliche Festgemeinde! Dabei hatten wir fünf erst noch die jetzt bei Dunkelheit knifflige Dingi-Einwasserung, dies mit entsprechenden Hightide-Wellen, ohne grössere Seewasser-Dusche zu überstehen. Aber Herbert und mir gelang dieses Manöver soweit ohne Probleme und so tuckerten wir mit Asma und den beiden kleinen Piraten Adam&Sämi im Ausguck, in die dunkle Bucht hinaus - und welch Überraschung die Anweisungen der Piraten führten uns direkt zur Maya! Zu welcher Zeit die restlichen „Festbesucher“ zurück über das Meer - mit übrigens saftiger Dusche bei der Dingi-Einwasserung - ihre Boote anpeilten und dann auch noch fanden, war am andern Morgen nicht mehr so genau zu eruieren! - Schmunzel, schmunzel! Sandra organisierte sich übrigens schon Tage vorher prophylaktisch eine Schlafgelegenheit im Hüsli von Alana&Carla und enterte die KYORY erst wieder am Folgemorgen! 

Auf den Sonntag, 16.April, waren wir mit Andreas - aber irgendwie schaute er nach der gestrigen Grill-Party scho no es betzeli zerknetteret us - zum Oster-Lunch bei “unserer“ Taiohae‘r Familie von Mathias&Monette eingeladen. Mathias holte uns drei mit seinem Wagen um 11:30 an der Pier ab und nach einem kleinen Einkauf im einzigen heute geöffneten Magasin fuhr er uns bergan zu seinem Haus. Und wieder waren wir fasziniert von der einfach herrlichen Aussicht auf die Bucht von Taiohae hinunter. Herzlich wurden wir von Monette empfangen und sie lud uns gleich auf die Terrasse zum bereits schön geschmückten Tisch ein. Gleich anschliessend kamen noch ihre zwei Töchtern mit ihren Männern dazu und Monette verwöhnte uns bei diesem Osterlunch mit den verschiedensten Marqueser Spezialitäten. Aber auch diese Stunden fanden nach gemütlichem Zusammensitzen irgendwann ein Ende. Wobei Andreas dem „Feuerwasser“ des vergangenen Abends noch seinen Tribut zollen musste und er bei einem Nickerchen in einem dick gepolsterten Sessel vermutlich von wohlgeformten polynesischen Südsee-Schönheiten träumte! - Ha, Ha! Mathias&Monette fuhren uns später mit dem Wagen zum Pier hinunter und nun war es einfach so weit, ganz herzlich verabschiedeten wir uns ein letztes Mal von diesen beiden liebevollen und grosszügigen Marquesern! Kaoha nui, Marcel&Monette! - Ja, für Sandra und mich ist nun nach anderthalb Jahren definitiv die Zeit gekommen und wir wissen, dass das Händeschütteln mit dicken Umarmungen und vereinzelt feuchten Augen bis und mit Atuona anhalten wird! - Uff, uff! 
Gegen Abend vereinbarten wir mit Leonardo, Fraternidade-Fotograf, dass er ein weiteres Mal seine Drohne steigen lässt und für uns einige Bilder von der Taiohae Bay und der KYORY knipst. Und wirklich, es gelangen ihm aus dieser speziellen Perspektive einige wirklich gelungene und faszinierende Aufnahmen.
Nach unserem einmal mehr ausgiebigen Z’Morge vom Ostermontag, 17.4.2017, hatten wir Alana&Carla zu einem kleinen Abschieds-Lunch auf die KYORY eingeladen. Leider zog sich dann die Bootsbesichtigung, vor allem in Sandras Kabine,  der drei Frauen zu lange dahin und Alana wurde dabei von der Seekrankheit heimgesucht. Nachdem bei ihr dann halt die zu spät verabreichten Medis nichts mehr bewirkten entschieden wir uns, inklusive dem vorbereiteten Essen, Henry’s Pier-Snack aufzusuchen. Kaum dort angekommen hatte Alana bald wieder ihren Humor gefunden und auch ein durchziehender Squall konnte unserer ausgelassenen Stimmung nichts anhaben. Ja, auch diese beiden aufgestellten Brasilianerinnen werden wir in bleibender Erinnerung behalten. Später kam noch der stolze Reiter Sid auf seiner Princess beim Snack vorbei und zeigte uns einige seiner antrainierten  Dressur-Positionen.
Der 18. April brachte durchzogenes Wetter und wir konnten dadurch das einte und andere auf der KYORY erledigen.  Dann kehrten gegen Mittag noch Thomas&Anja mit ihrer Robusta, von ihrem Ausflug in die Daniels Bay und Taipivai Bay, nach Taiohae zurück.

Am 19.4.2017 besuchte das mit etwa 1500 Passagieren besetzte Cruisingship Marsdaam die Taiohae Bay auf. Da war natürlich im Dorf wieder viel los, denn an solchen Tagen können die Einheimischen einiges an Geld verdienen und sogar die sprachbegabten Alana&Carla halfen im Markt-Restaurant im Service aus. Im Pier-Snack trafen wir auf den sympathischen 22 Jahre jungen Skipper Sam aus England. Als Captain der holländischen 50ft-Ketch Horizon führt er deren ca. 55jähriges Eigner-Ehepaar, in 18 Monaten um die Welt! - Lieber Sam, einfach verrückt, welche Verantwortung du bei diesem Job als 22jähriger „Schnösel“ übernommen hast! Unseren Respekt hast du! Sam, viel Glück auf deinem weiteren Weltumseglungsjob mit stets genügend Wasser unter dem Kiel! Sandra fand sehr schnell einen guten Draht zu Sam und die beiden tauschen auch heute noch über Facebook ihre News mit den jeweils aktuellen Standorten aus. Vor einigen Tagen verliess übrigens Sam mit der Horizone seinen letzten Landfall auf Bora Bora um die Cook Islands anzusteuern.
Auf den heutigen Abend luden uns schon vor Tagen CindyI&Richard zur Abschiedsfeier der Fraternidade-Crew mit weiteren einheimischen Bekannten in ihr grosszügiges Haus ein. Leonardo und Herman von der Fraternidade pickten uns um 18:00 Uhr beim Pier auf und zusammen fuhren wir den Hügel hinauf zu Cindy&Richards Haus. Bei unsere Ankunft begann gerade Richard mit einigen seiner Kollegen die Marquesas-Spezialität Umu-kai aus dem Erdofen auszubuddeln. Dabei garten über die vergangenen 20 Stunden, in einer ca. 1m tiefen Erdmulde, auf heissen Steinen und in Bananenblättern verpackte Knollenfrüchte, Gemüse, Fleischstücke von Schwein, Geiss, Schaf  sowie von Fischen vor sich hin. Sukzessive trudelten auch die weiteren Gäste ein und zum Schluss waren es total ca. 30 Festteilnehmer. Bald präsentierten Cindy&Richard auf mehreren Platten den Humu-Schmaus und auch wir wählten aus auf was wir gerade Lust hatten. Mit begleitend ausgeschenktem Wein und Bier kam schnell eine gute Stimmung auf und nach dem Essen begleitete vier ad hoc zusammengestellte Musiker mit ihren Ukulelen und Gitarren ein Tänzer-Paar bei ihren marquesischen Tanz-Einlagen. Natürlich hatten auch wir Gäste unsere Tanzkünste vorzuzeigen, wobei es natürlich bei den Einlagen der untalentierten Tänzerinnen und Tänzern, ja ich auch, trotz grosser Konzentration einiges zu Lachen gab! Beim anschliessenden Singen von Schunkelliedern rann die Zeit nur so vorbei und gegen Mitternacht wurde die Gästeschar von einigen nüchternen Autofahrern zum Pier runter gefahren. - Liebe Cindy&Richard und Fraternidade-Crew, auch dieser Taiohae-Abend wird in unseren Erinnerungen haften bleiben. Der Fraternidade-Crew wünschen wir weitere schöne Segelerlebnisse beim baldigen Anker auf zu den weiteren Segeletappen, vorerst geht es ja nochmals gegen Süden nach Fatuhiva und Hiva Oa, bevor auf den nächsten Etappen Hawaii und dann Alaska angesteuert wird!
Am 20. April ging pünktlich um 10:00 die Fraternidade in der Taiohaner Bay Anker auf und steuerte nach einer Tschüss-Runde um die KYORY hinaus auf die See in Richtung Süden auf Fatuhiva zu. Wenn nun alles nach Plan verläuft sollten wir übrigens in Atuona/Hiva Oa nochmals auf unsere Freunde von der Fraternidade treffen!
Am heutigen Nachmittag begleitete Sandra unseren Freund Andreas nochmals zum Tätowierer Moana, wo er sich sein zweites Tatoo an der rechten Wade „stechen“ liess. In der Zwischenzeit hatte ich auf der KYORY meine Ruhe und kam beim Schreiben am neuen Blog-Beitrag weiter vorwärts. Den Abend verbrachten wir noch zusammen mit Andreas zu einem kleinen Abschieds-z’Nacht auf der KYORY, da er in zwei Tagen, nach einem Kurzbesuch bei Mathias&Monette in der Daniels Bay, mit seiner KAMA direkt Kauehi in den Tuamotus ansteuern wird. Und gemäss unserem Fahrtenplan würden wir so um den 10. Mai rum im Nordpass von Fakarava mit der KYORY wieder auf Andreas treffen!
Am 21. April vereinbarten wir nochmals ein letztes Tschüss-Treffen mit Alana, Carla und CindyII in Henry‘s Pier-Snack. Und nun glauben auch diese hier neu gewonnen Freundinnen, dass wir es wirklich ernst meinen, Taiohae in zwei Tagen zu verlassen! Auf den Abend hatten wir gegen 18:00 noch die Maya-Crew mit Herbert&Adsla und ihren Buben Adam&Sämi zum Z’Nacht auf die KYORY eingeladen. Wir Erwachsenen verstanden uns wieder prächtig und die beiden Jungs beschäftigten sich nach dem Essen friedlich im Salon mit den verschiedensten Spielen. Es wurde einmal mehr ein aufgestellter Abend und so um 22:00 rum verliessen uns die Mayas, um vor allem die müden Jungs ins Bett zu stecken! Übrigens freuten wir uns dieser Tage, bei zwei technischen Boots-Problemen der Maya-Crew auszuhelfen. Dabei waren sie vor allem happy, dass wir ihnen für ihre kaputte Wasserpumpe unsere Reserve-Pumpe ausleihen konnten. Da auch sie über die Tuamotus später Papeete anpeilen werden, haben sie dann dort die Möglichkeit eine neue Pumpe zu erstehen. Nebenbei hatten sie noch Pech mit dem Dingi, das diesmal an einem ganz blöden Ort ein Loch einfing. Der ortsansässige Yann nahm dann auch diese Reparatur vor, die sich aber infolge der hohen Luftfeuchtigkeit im inneren der Luftkammer länger als geplant dahinzog. Selbstverständlich teilten wir über einige Tage gerne unser Dingi mit der Maya-Crew! Wenn nicht schon bald in den Tuamotus, werden wir in Papeete wieder auf die Mayas treffen. Herbert wird mir dann nach dem Kauf einer neuen Wasserpumpe meine ihm ausgeliehene Pumpe zurück geben. 

Gegen 10:00 ging am 22.4.2017 in der Taiohae Bay Andreas mit seiner KAMA Anker auf um nach einem Kurzbesuch der Daniels Bay die Tuamotus anzulaufen. - Viel, viel Glück lieber Freund bei deiner dann ca. fünf Tage dauernden Tuamotus-Passage! Bei seiner Ausfahrt querte ihn noch die Aranui5 die wieder mal Taiohae aufsuchte.
Und Yuppie: Kurz nach 12:00 rief uns Kevin an, dass das Paket mit der von uns lang ersehnten Watermaker-Förderpumpe endlich bei ihm angeliefert worden sei. Umgehend fuhr ich mit dem Dingi zum Pier rüber um das Paket bei ihm in Empfang zu nehmen. Gleich an Bord musste ich natürlich dieses „Weihnachtspäckli“ umgehend aufreissen und ich war mehr als zufrieden, als ich diese fast Modellgleiche Pumpe in den Händen hielt! Da nun zwischenzeitlich die alte noch eingebaute Pumpe nur noch wenig leckt, werde ich diese neue Wasserpumpe erst wenn Notwendigkeit besteht einbauen.

Am Sonntag, 23. April bereiteten wir die KYORY auf ein in den nächsten Tagen problemloses Anker auf-Prozedere vor. Dabei war vor allem das putzen der mit Barnacles und Grünzeug behafteten 50m ausgelegten Ankerkette ein Riesenaufwand. Denn ein grosser Teil der Ankerkette wurde von uns beiden, Kettenglied um Kettenglied, mittels Spachtel, Bürste und einem alten Zahnbürsteli sauber gekratzt. Da sich diese und weitere Arbeiten nur so dahin zogen, entschieden wir uns nun doch erst am kommenden Dienstag Anker auf zu gehen.. Auch die Maya-Crew musste ihre auf morgen geplante Überfahrt in die Tuamotus um einen Tag verschieben, da ihr von Yann repariertes Dingi infolge Feuchtigkeit im Innern der Luftkammer noch nicht aufgepumt werden konnte. Aber für uns Segler spielt ja ein Tag oder gar eine Woche Verzögerung keine so grosse Rolle.
Also erledigten war ganz gemütlich am 24. April noch die restlichen Arbeiten an Bord und suchten noch einige mit uns befreundete Yachten auf um Tschüss und auf Wiedersehen zu sagen. Auch ein letzter Besuch im Pier-Snack durfte nicht fehlen, wo wir uns noch von einigen weiteren Seglern und natürlich ganz herzlich von der Snack-Crew mit dem unvergesslichen Henry verabschiedeten! Dabei lernten wir noch die vor kurzem hier eingetroffene Crew des Schweizer Catamarans She San vom Bündner Reto und seiner Angela kennen. Einmal mehr stellten wir fest, dass die kleine Schweiz mit einer doch ansehnlichen Anzahl von Yachten in der Südsee vertreten ist! Irgendwann und irgendwo werden wir sicher wieder mal auf die beiden treffen.

Ja, und am Dienstag, 25. April 2017, war es soweit! Vor uns verliess um 11:00 bereits die Maya, mit einem letzten Schwenker an der KYORY vorbei die Ankerbucht von Taiohae um direkt das Atoll Makemo in den Tuamotus anzusteuern! Und kurz vor 13:00 war auch unser Dingi mit dem Outboarder auf Deck und Reling bestens vertäut und wir gingen ohne Probleme Anker auf. Vor dem Verlassen der Bay zogen wir noch eine Zusatzschleife um die französisch/schweizerische Taravana-Crew sowie um die She San von Reto&Angela. Dann liessen auch wir definitiv die Taiohae Bay von Nuku Hiva langsam hinter uns und segelten bald unter Gross und Genua mit wohlwollender Unterstützung von Bäru in Richtung Süden auf Ua Pou zu. Wobei wir uns schon am frühen Vormittag bei festlegen der Route bis nach Atuona entschieden hatten, aufgrund des ab Ua Pou nicht mehr so freundlichen Wetters einen eigentlich dort eingeplanten 1tägigen Landfall zu verzichteten. Vorerst genossen wir aber den ganzen Nachmittag bis gegen 19:00 herrliches Genusssegeln. Um Ua Pou östlich zu umfahren mussten wir langsam gegen SE eindrehen, wobei es nun bei zunehmend bockiger See und durchziehenden Squalls voll gegenan ging. Über VHF meldete sich zu unserer Überraschung auf einmal Anja von der Robusta, die uns auf ihrem AIS entdeckt hatte. Sie motorten in dieser Stunde auch gerade auf der Leeseite von Ua Pou durch störende Squalls, um dann in einigen Tagen, wie die Maya-Crew, das Tuamotus-Atoll von Makemo zu erreichen. Gegenseitig wünschten wir uns gute Fahrt und freuten uns schon jetzt auf ein Wiedersehen irgendwo in den Tuamotus. Da wir auf der KYORY keine Lust und Bock hatten, weiter gegen den nun mehrheitlich aus SSE auf unsere Schauze blasenden Wind aufzukreuzen, entschieden wir uns um 20:30 die Segel runter zu holen. Wir starteten unseren Diesel und bei den vorherrschenden Bedingungen war dann das runter holen der Segel ein bisschen Zeitaufwendig. Bei wilder See und mit Böen von über 25Kn motorten wir, mit dankbarer Unterstützung des Knurri, die E-Küste von Ua Pou hinunter mit Heading auf Hiva Oa zu. Um 10:00 beorderte ich Sandra zum verdienten Schlaf in ihre Koje und wir vereinbarten einen 4stündigen Wache-Intervall. Da ich es um 02:00 und auch Stunden später nicht übers Herz brachte die sich im Tiefschlaf befindende Sandra zu wecken blieb ich auch die Nacht hindurch auf Wache. Aber als Alleinsegler bin ich es mir ja eh gewöhnt solche Wachzeiten durchzustehen. Dabei gönnte ich mir auf den Backskisten des Cockpits meine standardmässig 20- bis 30minütigen Schlafpausen, aus denen mich jeweils der Eierwecker zu einem 360°-Rundumblick aufrief! Kurz nach Sonnenaufgang, bei fast 100%iger Bewölkung  rollte ich um 06:00 die Genua bis auf 130% aus und der Bäru versuchte, mit der einten oder anderen Korrektur meinerseits, die KYORY hart am Wind zu halten, wobei ich endlich auch den Motor auf off stellen konnte. Erst gegen 08:00 weckte ich Sandra, die natürlich kurz ein bisschen mit mir schimpfte, dass ich sie erst jetzt wieder ins aktive Seglerleben zurück holte! Während ich dann ein kleines z’Morge zubereitete überwachte sie im Cockpit unsere weiterhin bockige und nasse Fahrt auf Hiva Oa zu, da nun die 2m-Wellen fast direkt aus S auf uns zurollten. Trotzdem hoffen wir, dass wir gemäss unserem im Plotter erfassten Track noch vor Eintreffen der Dämmerung in Atuona den Anker in die tiefe rauschen lassen können. So zieht sich der weitere Morgen dahin und bei anhaltend „normalen“ Wetterverhältnissen gönne ich mir gegen 09:00 ein Nickerchen in meiner Koje. Keine 20 Minuten später bin ich aber bereits wieder hellwach, denn draussen pfeift der Wind und die KYORY drückt es mehr und mehr auf die STB-Seite. Auch Sandra wollte mich in diesen Sekunden gerade wieder ins Cockpit zurück holen. Beim Eintreffen im Cockpit war dann aber auch ich mehr als nur überrascht, als ich gegen Oste schaute. Hatte sich doch dort in ost-westlicher Richtung eine sicher 30sm lange Wolkenwand, gespickt mit diversen Squall‘s gebildet. Eine solch langgezogene dunkle Wolkenwand, mit von uns vier auszumachenden Squall‘s, hatte ich bis anhin auf meiner Langfahrt  noch nie angetroffen. Wohl kam dieses Gebilde uns immer näher, sollte aber knapp hinter uns vorbei ziehen. Und von einem Moment auf den andern drückten uns lang anhaltende 30er Böen immer mehr auf die STB-Seite und der Regen peitschte nur so durch das Cockpit. Um die Genua rein zu holen startete icgh den Diesel und schnell steuerte Sandra die KYORY unter Knurri in den Wind. Ich blockierte die Bäru-Anlage und gemeinsam rollten wir die Genua ein! Uff, geschafft, wenn uns auch die Squalls mit den begleitenden Böen noch einige Zeit zu schaffen machten! Und so fuhren wir nun halt wieder unter Motor auf den Kanal zwischen Hiva Oa und Tahuata zu. Aber vorerst geht unsere Rumpelfahrt auf dem zweiten Abschnitt dieser Strecke nur langsam voran, da ich den Motor ungern über 2.000U/m laufen lasse und wir unter diesen Bedingungen mit einiger Gegenströmung nur so 3.5 - 4.2Kn machen. So gegen 10:00 herrschen wieder einigermassen moderate Verhältnisse und auch die Bewölkung lockert sich weiter auf. Und Sandra und ich fanden nach diesen angespannten Stunden wieder zum Lachen zurück. Trotzdem geht es weiterhin holprig durch den Nachmittag und auch beim durch fahren des Canal de Bordelais finde ich es einfach immer noch kühl, infolge wenig Schlaf, und trage meine Hochsee-Jacke.
Dann endlich fahren wir um 17:15 neben dem Breakwater in die Ankerbucht von Atuona ein. Wir drehen eine Runde durch das mit 12 Yachten bestückte Ankerfeld und stellen fest, dass nur etwa vier davon den Heckanker gesetzt haben. Wir entscheiden uns dann für eine Nacht ausserhalb des Breackwaters vor Anker zu gehen, da wir keine Lust hatten bei bald einbrechender Dunkelheit auch noch das Heckanker-Prozedere durchzuführen. Dies im Wissen, dass wir bei diesem anhaltend starkem S-Swell da draussen sicher eine sehr unruhige Nacht erleben würden. Also werfen wir draussen bei weiteren sechs Booten unseren Anker auf 12m und legen 50m Kette aus. Inzwischen ist es 18:30 - Sandra und ich klatschen ab und sind happy wieder in unserer “Südsee-Hombase“ von Atuona angekommen zu sein! Nach einer heissen dicken Suppe ziehen wir uns bereits gegen 21:00 in die Kojen zurück. Und ich bin nach meinen 30 im Cockpit verbrachten Stunden sowieso mehr als nur angeschlagen! - Und Tschüss!

Am 27.April erwache ich trotz unruhiger Swell-Nacht erst um 08:30 und bereite unter einer grauen Wolkendecke mit vereinzelten Regenschauern unser z’Morge zu. Um 09:00 wecke ich Sandra und auch sie kommt noch ein bisschen gerädert aus den Federn! Während dem Frühstück entscheiden wir, nach etwa fünf Tagen Aufenthalt hier in Atuona, die Marquesas definitiv zu verlassen um die Tuamotus anzusteuern. Diese Tage sollten uns genügen um all unseren Freunden Tschüss zu sagen und alles notwendige wie Food, Gas, Diesel und Benzin zu bunkern! Gleich nach dem z’Morge treffen wir noch unsere Vorbereitungen, damit wir nach der Ausfahrt eines Bootes aus der Ankerbucht schnellstens Anker auf gehen können um deren Platz im Innern der doch um einiges ruhigeren Bucht zu erben. Und um 10:30 ist es soweit, wir entdecken über den Breakwater einen Mast, der sich von dem grossen Pier weg bewegt um aus der Bucht zu fahren. Sofort gehen wir Anker auf und nach dem Passieren des Breakwaters stellen wir fest, dass uns nun wirklich unweit der Mobil-Tankstelle der beste und ruhigste Ankerplatz, erst noch ohne das setzen des Heckankers, zur Verfügung steht. Dies aber unter Berücksichtigung, dass in den nächsten Tagen weder die Aranui5 noch die Taporo9 die nur wenige Meter vor uns liegende Pier aufsuchen wollen. Kaum liegen wir an unserem Wunschplatz fest vor Anker lassen wir das Dingi zu Wasser und fixieren den Outboarder. Umgehend tuckern wir zum Landungssteg und sichern unser Dingi mit dem kleinen Heckanker. Als erstes melden wir uns bei Antoinette Im Tankstellen-Shop zurück und anschliessend suchen wir die Shipyard auf. Mit grosser Freude treffen wir auf die Yard-Besitzer Vincent&Maria und auch unseren alten Bekannten Chris suchen wir in seiner immer noch an Land stehenden Sagiacous auf. Vincent konnte übrigens inzwischen zwei kleinere meiner sechs alten Bosch-Batterien verkaufen. Vor zwei Tagen sind im weiteren auch unsere lieben Bekannten Fred&Michelle aus Chile wieder auf der Yard angekommen um ihren Catamaran Tiki zum Einwassern vorzubereiten. Natürlich unterbrachen wir die beiden bei ihrem Arbeitsfleiss und tauschten mit ihnen die aktuellsten News aus. Dabei kam Fred auf sein bestehendes Batterien-Problem zu sprechen und er zeigte grosses Interesse unsere eventuell noch in der Werkstatt von Vincent liegenden Bosch-Batterien zu übernehmen. Also machten wir uns gleich auf den Weg zu Vincent und stellten fest, dass sich immer noch 2x 180A/h und 2x 90A/h, bei ihm am Lager liegen. Fred erklärte sich bereit diese restlichen vier von mir auf der KYORY ersetzten Batterien zu übernehmen. Somit löste ich für meine sechs alten Batterien total 380 USD ein. Fred&Michelle luden uns dann noch auf den Abend des 1. Mai zu einem Apéro-rich auf der Tiki ein. Gegen 17:00 fahren wir zurück zur KYORY und entwerfen eine Check-Liste was wir bis zu unserer Abfahrt am 3. Mai noch alles erledigen sollten. Nach einem frühen z’Nacht mit Spaghetti-Bolognese klinken wir uns endlich wieder mal ins Internet ein, müssen aber feststellen, dass es fast unmöglich ist online zu gehen. Kurz nach 22:00 suchen wir unsere Kojen auf.
Anlässlich dieses heutigen Yard-Besuches erfuhren wir noch folgende Geschichte: Vor einer Woche wurde der Yard-Hilfsabeiter Olli von Vincent&Maria fristlos entlassen! Gründe die dazu führten: Olli kam des Öfteren betrunken oder bekifft zur Arbeit! Er schlief unerlaubt in einigen auf der Yard abgestellten Yachten! Dabei klaute er Küchenutensilien und trank die einte oder andere Flasche Wein oder Rum und rauchte einige teure Havanna-Cigarren der Bootseigner! Auch die Yard-Werkstatt wurde von ihm nicht verschont und er entwendete diverse Werkzeuge! Okay, das meiste dieser Delikte waren Sandra und mir schon im letzten Jahr bekannt und auch Vincent&Maria wussten davon! Ich hatte den beiden schon damals empfohlen, Olli in die Wüste zu schicken! Nun haben die beiden von ihrem „Geben wir ihm doch noch eine Chance!“ die Quittung, was sicher auch nicht gerade förderlich für die Mund-zu-Mund-Propaganda dieser Shipyard ist! Und auf einmal sehen Vincent&Maria sowie auch einige der die vergangenen Monate auf der Yard verbrachten Segler, wie zB Chris, die im letzten Jahr zwischen Claudia und Olli vorgefallenen Mobbing-Episoden - die damals nur Claudia angelastet wurden - in einem ganz anderen Licht! Sandra und ich waren ja im vergangenen Jahr die einzigen Shipyard-Anwesenden  die zu Claudia gehalten hatten! - Wir beide geben es offen zu, dass wir beim Hören dieser Olli-Geschichte mit einem Lächeln und grosser Genugtuung reagierten!     

Am 28. April fährt um 07:30, während wir im Cockpit beim z’Morge sitzen, zu unserer Überraschung die Fraternidade in die Bay ein und findet ein wenig hinter uns noch einen Ankerplatz mit zusätzlich gesetztem Heckanker. Das macht Spass, vor deren Hawaii-Passage nochmals mit der bunten und immer aufgestellten Crew zusammen zu sitzen. Auf dem Weg zum Dingi-Anleger gingen wir dann schnell bei der Fraternidade vorbei um Hallo zu sagen. Anschliessend suchten wir uns gegen 10:00 bei der Tankstelle eine Mitfahrgelegenheit nach Atuona hinein. Wir hatten Glück, denn bereits nach wenigen Minuten Wartezeit konnten wir mit einer sehr sympathischen Marqueserin ins nahe Dorf hinein fahren. Natürlich interessierte es auch sie woher wir kommen, ob es uns hier gut gefällt und was unsere weiteren Pläne sind. Diese einfach liebenswerten und immer lächelnden Einheimischen finden dann die verschiedenen Geschichten von uns Seglern immer faszinierend und hören gespannt zu. Unsere heutige Fahrerin wohnt zB mit ihrer kleinen Familie an der Nordküste von Hiva Oa und holt jeweils am Freitagnachmittag ihren kleinen Sohn von der Schule ab, damit er das Wochenende jeweils bei ihnen zu Hause verbringen kann. Am Sonntagabend fährt sie ihren Sohn dann wieder nach Hiva Oa, zur einzigen Schule auf der Insel, wo die auswärtigen Kids unter der Woche auch ein zu Hause haben und betreut werden. Nach wenigen Fahrminuten erreichen wir dann Atuona und bedanken uns herzlich für die Mitfahrgelegenheit.
Wir verlassen beim Magasin Gaubil das Auto und melden uns bei deren uns nahestehenden Besitzern Christian&Christiane zurück. Mit überschwenglicher Freude umarmt uns Christiane und schon tauschen Sandra und sie die aktuellsten „News“ aus. Da wir aber am Nachmittag eh noch zum Grosseinkauf bei ihnen vorbei schauen lotse ich Sandra bald aus dem Magasin um die gegenüberliegende Praxis des uns zwischenzeitlich auch bestens bekannten Dorfarztes Dr. Chu aufzusuchen. Auch er freut sich uns nochmals zu treffen und stellt uns ein weiteres Rezept für verschiedene von uns gewünschte Medikamente aus und kontrolliert abschliessend ein letztes Mal mein rechtes Problem-Auge. Er verschreibt mir dazu nochmals entsprechende Medis und notiert mir die Adresse eines Augenarztes sowie eines Optikers in Papeete auf einen Zettel. Da ich ja vor Monaten meine Brille hier in der Ankerbucht versenkt habe trage ich seitdem eines meiner älteren Nasenvelos. Zur Not geht es, aber ich bin froh bald wieder, meiner aktuellen Sehschärfe entsprechend, eine Variolux-Brille tragen zu können. Anschliessend suchen wir Charly in seiner angrenzenden Apotheke auf und er wie auch seine Assistentin Claudia freuen sich uns nochmals zu sehen. Da er nicht alle vom Arzt verschriebenen Medis an Lager hat, schauen wir dann am Montag nochmals bei ihm vorbei. Auf dem Weg ins „Café Thé chez Eliane“ schauen wir noch kurz bei Dolores im Tourist Office vorbei. Dolores versprach mal Sandra ihr beim Verlassen der Marquesas noch eine Touronne-Kopfschmuck mit den herrlich duftenden Frachine-Panier zu knüpfen. Dolores war happy über dieses überraschende Wiedersehen und freut sich, Sandra noch mit einem Touronne beglücken zu dürfen. Wir vereinbarten, dass wir den Touronne am Dienstag bei ihr im Tourist Office abholen würden. Anschliessend erreichten wir gegen 12:00 das „Café Thé chez Eliane“ und wurden auch dort von der Familie Kayser mit Eliane, Alex und den Töchtern Kohai und Deboa aufs herzlichste begrüsst. Auch sie wollten natürlich gleich hören wie es uns auf Nuku Hiva gefallen hat und wie sich denn nun unsere weiteren Langfahrtenpläne präsentieren. Aber als erstes übergaben wir Eliane unseren mitgebrachten Wäschesack, der dann am späteren Nachmittag noch von Semaphore-Sandra abgeholt wird. Gleich bestellen wir bei ihr noch eine Creppe mit verschiedenen Beilagen für Sandra und einen Hamburger für mich. Dann steuerte ich im Aufenthalts- und Essraum auf einen Tisch zu, an dem bereits eine ca. 50jährige rassige Frau, sicher auch eine Seglerin, an ihrem Laptop sitzt. Ich frage sie in der „englischen Seglersprache“, ob wir uns zu ihr setzen könnten. Natürlich gab sie uns ihr Okay und Sandra und ich quatschten beim Aufstellen unserer Laptops wieder auf Schwiizer Dütsch weiter. Schmunzelnd schaute uns die Tischnachbarin an und meinte zu ihrem in der Sitzecke gegenüber sitzenden Mann: „Hey Martin, hesch ome ghört, do hets doch wörkli no es paar anderi Schwiizer Segler!“ Und so lernten wir das interessante und sympathische Segler-Ehepaar Martin&Iris aus der Gegend von Baden und Bern kennen! Also das Segeln ist einfach eine spannende und bereichernde Sache, denn in diesen Minuten wussten wir noch nicht - so à la „eine Geschichte die das Leben schrieb“ -, dass uns ein gemeinsames Erlebnis aus dem Jahre 2013 mehr als nur verbindet!? So folgte vorerst während dem Essen dar bekannte abtasten von sich gerade zum ersten Mal getroffenen Seglern. Aber wie wir, sind auch Martin&Iris aufgestellte Langfahrtensegler und bald waren wir gegenseitig bestens über das woher und wohin informiert. Dabei stellte sich während der weiteren Diskussion heraus, dass die beiden erst gestern von den Galapagos kommend mit ihrem Catamaran KALEA hier in Atuona vor Anker gingen. Dabei brachten aber die beiden ihre Enttäuschung zum Ausdruck, dass sie während der gestrigen Einklarierung bei der hiesigen Gendarmerie dahin informiert wurden, dass sie sich als Schweizer nur während drei Monaten in Französisch Polynesien (FP) aufhalten dürften. Dies Aussage hörten wir nun in den vergangenen Wochen bereits zum zweiten Mal und Sandra wie auch ich sind überzeugt, dass wir Schweizer, gemäss den bilateralen EU-Verträgen mit dem integrierten Schengen-Abkommen, den EU-Bürgern gleich gestellt sind. Womit wir uns hier so lange aufhalten können wie wir möchten. Einzig unsere Yachten müssten nach drei Jahren wieder ausgeführt oder hier versteuert werden. Ich habe dann vorgeschlagen, dass wir doch gleich nach dem Essen zusammen bei der Gendarmerie vorbeischauen um dieses ominöse Rätsel aufzulösen. So erzählten wir uns während dem Essen noch spannende Geschichten über unsere in den letzten Jahren abgesegelten Langfahrten. Dabei war es interessant festzustellen, dass auch Martin&Iris mit ihrem Catamaran KALEA im Herbst 2013, wie wir mit der KYORY, das Mittelmeer in Richtung den Canaren verlassen hatten. Aber verständlicherweise juckte es in diesen Minuten den beiden nur so unter den Fingernägeln, doch endlich Klarheit über ihre Aufenthaltsdauer in FP zu bekommen. Also machten wir uns nach dem Lunch gleich auf den kurzen Weg zur Gendarmerie, wobei übrigens Sandra und ich gute Bekannte der Chefin wie auch ihrem Stellvertreter Pascal sind. Auch heute wurden wir hier freundschaftlich empfangen und wir trugen der Chefin unser Anliegen, bezüglich der verwirrenden Aussage eines ihrer Angestellten, im Zusammenhang mit der Aufenthaltsdauer von Schweizer Bürgern in FP vor. So seien eben gerade gestern die beiden uns begleitenden Schweizer während der Einklarierung dahin gehend informiert worden, dass sie sich mit ihrem Catamaran nur drei Monate in FP  aufhalten dürften. Aber gemäss dem Personen-Freizügigkeits-Abkommen von Schengen dürften doch auch wir Schweizer uns so lange in FP aufhalten wie wir möchten. Einzig unsere Yachten hätten nach drei Jahren FP kurz zu verlassen um dann wieder neu einzuführen. Oder aber die weitere Möglichkeit in Anspruch nehmen, unsere Yachten hier teuer zu versteuern. Diese Aussagen konnte die Gendarmerie-Chefin voll und ganz so nur bestätigen - und Martin&Iris waren mehr als nur erleichtert. Verständlicherweise konnten sie aber einfach nicht nachvollziehen, warum sie hier gestern von einem der Mitarbeiter falsch informiert wurden. Die Chefin entschuldigte sich, dass da vermutlich bei der Verständigung was inkorrekt interpretiert wurde und so falsch zu ihnen rüber kam. Als dann zum Abschluss des für Martin&Iris erfreulichen Gendarmerie-Besuches mich noch der Stv Pascal so nebenbei nach dem Namen meines Bootes fragte gab es für uns vier Schweizer noch das grosse Aha-Erlebnis! Denn als ich Pascal gegenüber unseren Bootsnamen KYORY nannte, hörten wir seitens Martin&Iris die folgenden lautstarken Ausrufe: „Was, euers Segelboot heisst KYORY? Das darf doch ned wohr si! Nei, das gets doch eifach ned!“ Bevor nun aber die beiden auch noch dieses zweite heutige Rätsel, diesmal für Sandra und mich, auflösten, verabschiedeten wir uns herzlich vom Gendarmerie-Team! Draussen waren dann aber Sandra und ich gespannt, was denn wohl der Name KYORY bei Martin&Iris ausgelöst haben könnte. Ja, und beim Erzählen ihres nächtliches Erlebnisses vom 27. Oktober 2013, auf ihrem wilden Ritt von Gibraltar zu den Canaren, dämmerte es uns langsam, wer uns da gegenüber stand. Hier nun aber diese damals passierte Geschichte, erzählt von Martin&Iris, die auch Sandra und ich nie vergessen werden. In kursiv Schrift die Anmerkungen der KYORY-Crew:
„Gegen Mittag des 27. Oktober 2013 verliessen wir mit unserer KALEA die nördlich des Airports gelegene Marina von Gibraltar mit dem Ziel, Las Palmas auf Gran Canaria anzulaufen. Demgegenüber starteten wir mit der KYORY etwas früher von der Gibraltar-Marina aus und hatten auch eingeplant Gran Canaria anzusteuern.
Nach der Durchfahrt der Strasse von Gibraltar hatten wir, wie auch alle anderen Boote auf dieser Strecke, nach Sonnenuntergang des zweiten Tages mit sehr schwierigen Wetterverhältnissen zu kämpfen. Starke Winde von einiges über 30Kn und Wellen von bis zu fünf Metern machten uns zu schaffen. Dabei kam unser Catamaran zeitweise mit über 12Kn Speed ins surfen, was vor allem nachts nicht nur Freude auslöst. Zur gleichen Zeit segelten wir mit der KYORY, in etwa auf der Höhe von Marokko, bei etwa 7Kn Geschwindigkeit, sicher noch um einige Meilen vor der KALEA. Und zu diesem Zeitpunkt geschah in dieser aufgewühlten See das für uns unfassbare. Von einem Moment auf den andern spürten wir keinen Steuerdruck mehr!. Sofort zogen wir die Segel ein und liessen die KYORY erstmal treiben, wobei sie sich zu unserem Glück von sich aus beidrehte. Ich kroch dann unter das Cockpit um festzustellen was rund um das hydraulische Rudersystem wohl passiert sein könnte. Schnell sah ich die Bescherung, der ca. 20cm lange Vetus-Ruder-Quadrant, der den Ruderschaft mit dem Hydraulikzylinder verbindet, war entzwei gebrochen. Und zu allem Übel zerfetzte es dann auch noch die vom Ruderschaft zum Schaft der Notpinne führende Kettenverbindung. Somit stand uns dann leider auch die Notpinne nicht zur Verfügung. Aber es verschwörte sich in diesen Minuten alles gegen uns, denn auch die von mir gebaute Notpinne meiner Hydrovane-Windsteueranlage, war wegen einem kleinen abgebrochenen Stift nicht mehr einsetzbar! Es war mir augenblicklich klar, dass ich keine Chance hatte, hier bei diesen Wetterbedingungen auf die schnelle eine Lösungsfindung zu kreieren. - Verdammte Scheisse! Die einzige Möglichkeit die ich zum zeitweisen Steuern der KYORY fand war, dass ich jeweils gebückt während maximal zwei Stunden -  über den Heckspiegel hängend - trotzdem mittels des Hydrovane-Ruders und begleitend grossem Kraftaufwand einen einigermassen gewünschten Kurs halten konnte. Somit waren wir fürs erste überzeugt, mit dieser Steuermöglichkeit und dem selbständigen Beidrehen des Bootes, die KYORY nicht aufgeben zu müssen. Aufgrund dieser Situation informierten wir über VHF die in unserem Fahrtengebiet sich befindlichen grösseren und kleineren Schiffe, die sich sicher schon mittels AIS über unsere wilde Seglerei gewundert hatten, dass wir derzeit und bis auf weiteres keine direkte Hilfe benötigen würden. Umgehend meldeten sich zwei Frachter und ein Segelboot (!) die uns zu diesem Zeitpunkt in unmittelbarer Nähe querten. Auch diesen Anrufern bestätigten wir nochmals, dass wir derzeit wirklich keine Hilfe benötigen würden. Gleichzeitig informierten wir über unser Satelliten-Telefon Iridium das MRC Madrid, unsere Bootsversicherung sowie unseren Schweizer Stützpunktleiter, der unsere Familie und nahe Bekannte informierte. Ab diesem Zeitpunkt hatten wir dann 2x am Tag nur noch über Iridium Kontakt zum MRC Madrid.          
Zwischenzeitlich befanden wir uns mit der KALEA in unmittelbarer Nähe der KYORY und hatte natürlich deren VHF-Botschaft mit gehört. Sofort meldeten wir uns über Funk nbei ihnen und deren Antwort lautete, dass sie aufgrund ihrer Lagebeurteilung derzeit keine Hilfe benötigen würden. Auch wenn es zu diesem Zeitpunkt schwer gewesen wäre unsere durch die Wellen düsende KALEA abzubremsen, um bei einem doch noch eintretenden Notfall der KYORY Hilfe leisten zu können, waren wir natürlich ob deren Situationsbericht vorerst mal erleichtert. Als wir dann aber später keine Antworten auf die diversen an die KYORY gerichteten VHF-Anrufe hörten, waren wir noch über Wochen verunsichert und hofften einfach, dass da nichts schlimmes passiert ist. Auch fragten wir uns immer und immer wieder, was wir denn doch noch hätten unternehmen oder einleiten können!
Denn die KALEA-Crew wusste natürlich nichts von der Anweisung des MRC, dass wir nur noch über das Iridium miteinander kommunizierten. Und somit hingen dann Martin&Iris, ohne irgendwelche KYORY-Infos, sozusagen in der Luft. Begleitend ging für Sandra und mich dieser KALEA-Aufruf bei all unseren damaligen Ruder-Problemen verständlicherweise unter und wir machten uns davon leider auch keine Notizen!“

Und heute am 28.4.2017, kurz nach 14:00 konnte die KALEA-Crew Martin&Iris, anlässlich dieses „zufälligen“ Aufeinandertreffens in Atuona endlich aufatmen und gleichzeitig fiel eine grosse Last von ihren Schultern! Natürlich musste dies gleich gefeiert werden und so vereinbarten wir auf heute Abend ein gemeinsames Essen im Restaurant Realais von Atuona. Bei Pizza und einem Glas Roten wurde dann dieses fast wundersame aufeinandertreffen gebührend gefeiert! - Dies ist doch wirklich eine fast unglaubliche „Geschichte die das Leben eben manchmal so schreibt!“

„Ergänzendes KYORY-PS dazu: Die einzige Etappe auf meiner Langfahrt in Begleitung von meiner Tochter Sandra, war diese Strecke zwischen Gibraltar und unserem anschliessend so nicht geplanten Landfall in Lanzarote. Natürlich war es ein grosses Glück für mich, dass gerade während diesen wirklich nicht einfachen Tagen und Nächten Sandra mit an Bord der KYORY war! Nach fünf weiteren Tagen harter Arbeit an der Hydrovane-Pinne in weiterhin schwerer See, liessen wir uns dann 70sm vor Lanzarote von der Coast Guard nach Arecife abschleppen. Anschliessend liess ich dann in der Porto Calero-Marina die notwendigen Ruder-Reparaturen durchführen. Übrigens absolvierte ich mit der KYORY, nach dem Start zu meiner grossen Langfahrt die Segeletappe von Griechenland nach Gibraltar durch das Mittelmeer, wie auch die fast 3wöchige Etappe über den Atlantik nach Antigua in die Karibik sowie die spätere 4wöchige Pazifik-Passage von Panama nach Atuona/Hiva Oa, alleine als sogenannter Einhandsegler! - Und ja, es war für mich Oldy bis anhin ein einfach „Rüüdig Verrocktes“ und unvergessliches Segelabenteuer!

Am Samstagmorgen, 29. April organisiert ich mittels vier Dingi-Fahrten von der Mobil-Tankstelle einiges an Diesel und Benzin, bis meine beiden Tanks und erstmal vier von 12 Kanister voll aufgefüllt waren. Auch tauschte ich gleichzeitig eine unserer leeren Gasflaschen aus. Das befüllen der restlichen 20Ltr.-Diesel-Kanister musste ich dann leider auf Dienstag verschieben, da samstags die Tankstelle bereits um 11:30 Feierabend macht, und dieses Jahr der 1. Mai auf den Montag zu liegen kam. Die von der Tankstelle mit dem Dingi zur KYORY rüber transportierten Diesel-Kanister füllten wir jeweils gleich, mittels zeitintensiven Vorgehen, über unser spezielles an der Reling montiertes Filtersystem in die zwei Tanks von je 190 Litern ab. Die restlichen vollen Kanister werden dann in der Vorpiek, auf Deck und noch je zwei im Cockpit und unter Deck festgezurrt. Somit haben wir total 620 Liter Diesel an Bord, die für eine Motorenfahrt gegen 9 Tage über ca.1.000sm (1.520km) reichen würde, was für eine Langfahrtenyacht sehr gut ist!

Den Sonntag, 30. April folgten wir gegen 09:00 der Einladung von Martin&Iris auf ihren Catamaran KALEA. Bei einem kurzen Rundgang, mit Austausch von USB-Fotosticks, konnten wir uns überzeugen, dass die beiden mit ihrem wirklich schönen 47ft-Autremer-Catamaran ein wohnliches Heimetli besitzen! Anschliessend tuckerten wir mit den Dingis an Land und spazierten zusammen zur Semaphore-Station hinauf und hofften dort eine gute WiFi-Verbindung zu erhalten. Leider war es dann auch von dieser erhöhten Örtlichkeit aus schwierig eine anhaltend gute Verbindung aufrecht zu halten. Auch die Crews der Fraternidade und Muse waren diesen Morgen bereits am werkeln an ihren Laptops. Dann kamen noch die Yard-Kids Kim&Ganaia vorbei um mir noch das Geld-Kuvert von ihrem Papi Vincent für die von ihm für mich verkauften Batterien zu überbringen. Zurück auf der KYORY suchten wir um 15:00 noch die Fraternidade auf, wobei Leonardo für uns nochmals die Drohne steigen liess. Und wieder überraschte er uns mit qualitativ ausgezeichneten Bildern von der KYORY und der Bucht von Atuona. Und auch auf der Fraternidade fiel es uns anschliessend nicht leicht, uns von dieser um Aleixo rum lieb gewonnene Crew zu verabschieden!
Gegen 18:00 hatten wir noch  Martin&Iris auf die  KYORY zu einem Apéro-rich mit heissen Pouletsticks eingeladen. Da gab es natürlich noch einiges aus unseren Seglerleben zu erzählen und über das aktuelle Weltgeschehen unsere eigenen Meinungen kund zu tun. Dabei kamen wir natürlich nochmals auf unser schicksalhaftes Aufeinandertreffen hier in Atuona zu sprechen.     

Am Montag, 1. Mai, setzte ich nach unserem z’Morge als erstes die ausgetauschte Gasflasche in der Heck-Backskiste ein und fixierte beide Flaschen mit Klemmgurten mehr als nur straff! Dann leerten wir unsere fünf Backskisten mit all dem verstauten Material aus und Sandra, mit ihrem guten Ordnungssinn, übernahm das neuerliche verstauen! Und kurz nach 11:00 verliess die Fraternidade die Ankerbucht um ihr nächstes Ziel Hawaii anzusteuern. Natürlich wurde dabei auf unseren beiden Booten noch gewunken und geschrien was das Zeug hielt! Liebe Fraternidade-Crew, wir wünschen euch viel  Glück zu dieser Überfahrt mit stets genügend Wasser unter dem Kiel!
Gegen 17:00 suchte wir auf der Shipyard die Tiki auf um mit Fred&Michelle beim Apéro-rich den frühen Abend zu verbringen. Wir brachten dazu ein kaltes Plättli mit und die Tiki-Crew verwöhnte uns mit frischem Tuna-Poissont Cru! Fred konnte uns berichten, dass er meine alten Bosch-Batterien bereits eingebaut habe und sie auch zu seiner vollen Zufriedenheit Strom liefern würden. Zu schnell ging bei unserem regen Info-Austausch der Abend voran und da wir alle vier übermüdet waren, verliessen wir kurz nach 21:00 die Tiki um mit dem Dingi zur KYORY zurück zu tuckern. Und um 22:00 suchten wir bereits unsere Kojen auf.

Am Dienstag, 2. Mai fuhr uns Maria mit ihrem Pick-up nach Atuona hinein, wo wir als erstes bei der Wasserstation der Schule unseren 35ltr.-Wasserkanister auffüllten. Dies, da an der Wasserabfüllstation beim Dingi-Pier, infolge des anhaltend regnerischen Wetters in diesen Tagen, kein sauberes Wasser abgefüllt werden konnte. Maria lud uns dann beim Tourist Office aus und sie fuhr wieder zurück zur Shipyard. Dolores übergab nun Sandra den versprochenen Touronne. Ach, wie der duftet, da hat aber Sandra von Dolores ein schönes Abschiedsgeschenk bekommen. Auch hier kamen wir natürlich nicht drum herum uns herzlich von Dolores zu verabschieden, die Sandra während unseren Hiva Oa-Aufenthalten lieb gewonnen hatte. Anschliessend begaben wir uns zum Magasin Gaubil, um noch unseren Gross-Einkauf an Ess- und Trinkwaren zu erledigen. Ein letztes Mal kommen wir dann hier am Mittwoch vor unserer Abfahrt nochmals für letzte Einkäufe vorbei. Später fuhr uns dann deren Mitarbeiter Jonny mit unseren vier vollen Einkaufs-Schachteln zurück zum Dingi-Pier. Vor der Tankstelle trafen wir noch auf Semaphore-Sandra, die uns den Wäschesack mit nun wieder frisch duftender Wäsche übergab. Auch von ihr konnten wir uns auch gleich noch herzlich verabschieden.

Und endlich war es am Mittwoch, 3. Mai 2017! Heute wollen wir vor Einbruch der Dämmerung definitiv die Marquesas in Richtung Tuamotus verlassen. Aber vorher mussten wir noch einige Dinge erledigen bevor wir Anker auf gehen können. So verstaute Sandra vormittags in den verschiedensten Bilgenabteilen, die von ihr vorher mit den Ablauf-Daten versehenen Büchsen und Schachtel unseres gestrigen Gross-Einkaufs. Gegen Mittag suchten wir ein letztes Mal die Shipyard auf um uns herzlich, begleitend mit einigen festen Umarmungen, von Vincent&Maria, Chris, Fred&Michelle sowie eben vom Flughafen angekommenen Schweizer Seglerkollegen Georg der GalateaII zu verabschieden. Dabei wurde wieder die einte oder andere Träne getrocknet! - Uff!
Um 14.00 erwarteten uns vor dem Yard-Eingang unsere liebe Freundin Evodi und ihre Schwester Roxanne, die uns heute Nachmittag mit ihrem Pick-up zu unseren letzten Einkäufen nach Atuona hinein begleiten werden. Nach unserer Ankunft in Atuona befüllten wir als erstes nochmals bei der Schule unseren 35Ltr.-Wasserkanister sowie vier weiteren 5Ltr.-Flaschen mit sauberem Trinkwasser. Anschliessend suchten wir ein letztes Mal das Magasin Naiki auf um einige nur dort zu erstehenden Sachen einzukaufen. Ja, und dann betraten wir bei dieser unserer letzten Atuona-Einkaufstour nochmals das Magasin Gaubil. Auch hier folgten abschliessend einige innige Umarmungen mit den einfach lieb gewonnenen Christiane&Christian! Und so fuhren wir nun ein letztes Mal per Auto die Strecke zurück zum Pier, wobei Sandra beim Meteo-Aussichtspunkt noch ein Selfie mit uns knipste. Evoudi fuhr uns dann weiter bis zum Dingi-Pier, wo wir die Wasser-Kanister und unsere Einkäufe zum Dingi runter trugen. Ja, und nun mussten wir uns auch von unserer ersten auf den Marquesas lieb gewonnen Freundin Evoudi mit ihrer Schwester Roxanne verabschieden. Es wurden daraus ein Paar längere und festere herzliche Umarmungen! - Liebe Evoudi, viel, viel Glück auf deiner weiteren Lebensreise!

Anschliessend ging ich zur Pieranlage zurück, damit ich noch mit einigen Fotos den grossen Umbau der Hafenanlage von Atuona dokumentieren konnte. Bei diesem Umbau wird nun die Pier zur Mobil-Tankstelle hin verlängert und dazu wurden bereits 12 ca. 10m lange Rohre mit einem Durchmesser von gegen 80cm, unter jeweils lautem Getöse, in den Boden gerammt. Dabei wird zB auch die Slipanlage zwischen Pier und Tankstelle aufgeschüttet. Die grossen Tanks der Mobil-Tankstelle werden nach hinten auf das Areal zu den Sport-Rudern verschoben um bei der Tankstelle zusätzliche Auto-Parkplätze zu errichten. Im weiteren wird, es tönt fast unglaublich, wenn man von Atuona herkommt nach links um den Hügel herum eine neue Umfahrungsstrasse gebaut. Dies, damit dem Verkehrschaos auf der heute jeweils immer verstopften Pier-Zufahrtsstrasse, bei Aufenthalten der Aranui5&Taporo9, entgegen gewirkt werden kann. Diese neue Umfahrungsstrasse wird dann weiter um den Hügel herum geführt und endet vor der Tankstelle in Richtung der Hafenanlage. Und jetzt kommt die bei dieser ganzen Neugestaltung der Hafenanlage für uns Segler einschneidenste Neuigkeit: Die hinter dem Hügel herum führende Strasse wird direkt durch das Shipyard-Areal von Vincent&Maria Roche geführt! Dabei wurde Vincent erst kurz vor dem Baubeginn über dieses seine Shipyard stark tangierende Projekt informiert. Nach unserem heutigen Wissensstand muss er auch sein in den letzten Monaten erbautes Werkstattgebäude wieder abreissen und in Richtung Semaphore hin wieder neu aufstellen. Als Ersatz für die durch den Strassenbau verlorenen Boots-Stellplätze, offerierte ihm die Gemeinde zusätzliches Land gegen das Semaphore hin!? - Alle Segler, die seit Frühling 2016 die sympathischen Vincent&Maria kennenlernen durften, können sich gut vorstellen, wie schlecht die beiden über die vergangenen Wochen schlafen konnten! Also Sandra und ich können diese mit einem sehr bitteren Nachgeschmack behaftete Geschichte nicht so recht nachvollziehen, denn die Gemeinde-Verantwortlichen wussten doch bereits vor dem Baubeginn der Shipyard im März 2016 von diesem grossen Umbauprojekt! Das heisst aber nun auch für uns Segler erst mal abwarten und schauen wie sich dieses Hafenprojekt und auch der Umbau der Shipyard schlussendlich präsentiert! Aber Achtung: Vor Ende 2020 wird dieses Bauprojekt nicht abgeschlossen sein! Und der dabei entstehende Lärm mit aufwirbelndem Dreck und Staub wird uns Segler sicher abschrecken, nicht länger als Notwendigkeit besteht in dieser Ankerbucht zu verweilen! Dann werden wir halt über die kommenden drei Jahre mit unseren Booten vermehrt die schönen Buchten von Tahuata aufsuchen oder gar weiter im Norden Taiohae auf Nuku Hiva anlaufen! 

Mittwoch, 3.5.2017, Anchor Bay Atuona/Hiva Oa: So, inzwischen ist es 17:40 und wir gehen Anker auf und segeln in Richtung SW auf die Tuamotus zu!
- Auf Wiedersehen ihr lieben Marqueser und Marqueserinnen, wir werden unseren hier mit der KYORY verbrachten Aufenthalt über die vergangenen 21 Monate nie vergessen und danken euch für eure unvergleichliche Gastfreundschaft und Grosszügigkeit! - Kaoha Rotoava/Tuamotus!