Im Kreise unserer Langfahrtengemeinde haben wir weiterhin keine Berührungsängste, auch über heikle Themen miteinander zu diskutieren!

So erfasste ich gegen Ende 2018 ein 36-seitiges(!) Papier - zwischenzeitlich gaben ihm meine US-Seglerfreunde den Namen „Manifesto“ - aus einer sich am Abend des 18.9.2018 auf der IETA sich ergebenden Diskussionsrunde zu den verschiedensten - auch „heissen“ - Themen. Sie finden dieses Papier, habe ich auch ins Google-Englisch übersetzt, unter den Blog-Reiseberichten mit dem Titel „Eine mal anders verlaufene Diskussionsrunde..." vom 18.1.2019.  
Hier einige Stichworte zu diesem speziellen Papier - Okay benenne auch ich es als Manifesto: „Unsere schnelllebige Zeit“, „Fragwürdige Fortschritte seit dem Mittelalter“, „Die heutige gefährliche Macht&Elite der sogenannten Grossmächte“, „Die Kriegsmaschinerien der Grossmächte“, „Grössere und auch kleinere Staaten werden von psychopathischen Oligarchen geführt“, „Unsere Überwachungs-staaten à la George Orwell“ und „Wo führt uns die Überbevölkerung mit dem anhaltend explosiven Wachstum noch hin“!
Und zu guter Letzt wünsche ich mir, dass meine Blog-Leserinnen und Leser unbelastet an das letzte Manifesto-Thema „Der sogenannte „Terror“-Anschlag 9/11" vom 11.9.2001 in New York herangehen. Ich kann ihnen an dieser Stelle nur versprechen, dass - nicht nur das 9/11-Thema sondern auch einige andere dieser Themen - sie aufrütteln werden und sie zukünftig nicht mehr einfach so alles Glauben werden, was sie von den Medien vorgesetzt erhalten!

Aber auch im 2019 sitzen wir Nationen-Übergreifenden Segler-Crews wieder des Öfteren friedlich in unseren Cockpits zusammen und unterhalten uns dabei angeregt über weitere spannende Themen und fragen uns dabei: „In was für einer Welt leben wir denn Heute?“ Im Nachhinein von solch interessanten Diskussions-Abenden halte ich dann das einte oder andere mir keine Ruhe lassende Thema wieder im Detail fest und unternehme, um noch ergänzende tiefergreifende Informationen zu erhalten, jeweils weitere Recherchen im Internet. Diese Schreib- und Recherchen-Arbeit gibt mir auf dieser Langfahrt eine zusätzliche Befriedigung und macht mir erst noch viel Spass! Wobei hie und da auch wieder meine persönliche und im Klartext erfasste Meinung zum Ausdruck kommt. Nun, ich bin halt wie ich bin und gehe als unverbesserlicher Optimist und Egoist, fadengrad und vielfach noch mit etwas auflockerndem Humor gespickt, an solche Themen heran. Will heissen, dass ich mit meiner manchmal etwas überspitzten Betrachtungsweise niemandem auf die Füsse treten will! Aber ich komme ja aus der Schweiz und da wird der Meinungs-freiheit doch noch den ihr gebührenden Respekt gezollt!

Zu einigen dieser hier nachfolgend festgehaltenen Themen-Blöcke habe ich ergänzend auch einige Schwerpunkte aus dem wirklich interessant zu lesenden Buch „Die Kunst kein Egoist zu sein!“ (von Richard D. Precht) einfliessen lassen. Dieser Autor regte mich begleitend an, mich selbst und auch die restliche Welt mit doch etwas anderen Augen zu sehen! Da hat mir - und ja ich bin halt schon auch ein Egoist - mit diesem Buch-Geschenk, eine österreichische Skipperin-Freundin aus unserer Langfahrtenfamilie eine wirklich grosse Freude bereitet!

Es folgen also nachstehend wieder bunt vermischte Themen, wie sie sich jeweils so bei unseren Diskussions-Runden ergeben haben. Das erste Thema handelt vom „Gewissen und Zusammenleben von uns Menschen“ und alle weiteren Punkten beziehen sich auf Themen zur „Wirtschaft“, mit einigen Akzenten zur „Macht&Elite“ in der heutigen Zeit. Sowie auch noch zu heiklen Themen aus der „Sekten- und Religionswelt“ und unseren nun seit Jahrzehnten fragwürdigen „Freizeitbeschäftigungen“!
Und natürlich haben wir Segler jeweils zu all diesen diskutierten Themen-bereichen wohl unsere persönlichen Meinungen, aber Lösungsansätze zu diesen vielfach weit gefächerten Problemen können auch wir nicht einfach so aus dem Ärmel schütten!  

Zum „Gewissen von uns als normal eingeschätzte Menschen und unserem Zusammenleben“! 
„Ich habe ein schlechtes Gewissen!“ Wer diesen Satz von seinem Gegenüber hört, etwa vom Partner, vom Kollegen oder vom eigenen Kind, muss auf alles gefasst sein. Vielleicht kommt jetzt gleich: "Ich hatte eine Affäre" oder "Ich habe wieder Drogen genommen"? Oder geht es nur um vermeintliche Kleinigkeiten à la "Ich habe deine E-Mail nicht beantwortet"?  oder "Ich hätte dir gestern besser zuhören sollen"!  - Wobei ich mich beim letzten Punkt klar als schuldig bekenne und bei meinem hiesigen „Zielpublikum“, meiner Tochter Sandra ein „Aha; hört, hört“ mit lauten Ausrufezeichen auslöse - aber immerhin mit einem begleitenden schmunzeln in ihrem Gesicht! 
Ich habe ein schlechtes Gewissen! Wer kurz davor ist, diesen Satz seinem Gegenüber zu sagen, trägt etwas mit sich herum. Am Anfang war da vielleicht nur eine Ahnung, ein Unwohlsein. Eine Szene, eine Erinnerung, die immer wieder hochkommt. Dann die Einsicht: Ich habe einen Fehler gemacht, ich habe jemandem geschadet. Ich habe mich nicht so verhalten, wie ich mich verhalten wollte. Und es tut mir leid. Jetzt geht es darum, mit diesem unerträglichen Gefälle umzugehen - zwischen dem Innenleben und den Mitmenschen.

So wurden schon wir alle mal von Gewissensbissen geplagt oder steckten gar in einem Gewissenskonflikt. Das Gewissen ist also allgegenwärtig - doch was ist das Gewissen? Nun, das Gewissen ist eine angeborene Fähigkeit, Recht und Unrecht beurteilen zu können. Das Gewissen ermahnt uns, das zu tun, was wir für Recht halten, und es hält uns davon zurück, das zu tun, was wir für Unrecht halten. Gewissen ist gemeinsames Wissen mit sich selbst. Das heisst, unser Gewissen kennt unsere inneren Beweggründe und wahren Gedanken. Das Gewissen geht über den Verstand und den Intellekt hinaus. Wir mögen zwar versuchen, uns selbst in unserem eigenen Denken zu rechtfertigen, aber ein verletztes Gewissen lässt sich nicht so leicht überzeugen!

Bei diesem von uns nur kurz angesprochenen Thema einigten wir uns abschliessend mehrheitlich dann doch zu folgender klaren Aussage: 
„Das Gewissen ist grundsätzlich weder eine Sache oder gar das Werk Gottes noch eine Sache der Vernunft - sondern einfach schlichtweg ein Sammelsurium biologisch uralter sozialer Instinkte! Es drängt uns aus ethischen, moralischen und intuitiven Gründen, bestimmte Handlungen auszuführen oder zu unterlassen. Entscheidungen können als unausweichlich empfunden oder mehr oder weniger bewusst - im Wissen um ihre Voraussetzungen und denkbaren Folgen - getroffen werden. Somit ist der Mensch nun mal einfach das einzige Lebewesen auf dieser Erde, das also seine Taten erst noch mit entsprechenden Gründen vor sich selbst rechtfertigen kann und muss!“
- Und bei diesem Thema lassen uns gar die etwa 120.000 Jahre vor uns gelebten und Europa bevölkerten Neandertaler grüssen!

Ist eine glücklich zusammen lebende multikulturelle Gesellschaft möglich?
Auch dieses Thema wurde von uns mal kurz andiskutiert und nachfolgend daraus einige Schwerpunkte: Eine friedlich und glücklich zusammen lebende multikulturelle Gesellschaft ist vermutlich eine reine Utopie! Wobei eine Utopie doch als Fantasiegebilde gut nachvollziehbar ist - also gibt es sowas nicht und sowas wird es wohl niemals geben! Denn „grundsätzlich“ will doch der Mensch nicht das andere. Nein, er will das selbe, das, was ihm gleicht, was so denkt, so empfindet, so aussieht wie er selbst! Wenn ich dabei an die über Jahrtausende durch psychopathische Politiker ausgelösten Kriege sowie die Einflüsse von Sekten oder sogenannten Welt-Religionen mit berücksichtige - stimmt diese Erkenntnis! - Dies einfach so festzuhalten ist wirklich traurig!

So öffnen uns doch gerade in der heutigen Zeit arrogante Politiker, wie zB D. Trump in den USA, die Augen für die Verlogenheit und Korruption in der Gesellschaft, für Lug und Trug und die Selbstsüchtigkeit der Herrschenden auf unserem Planeten! So dienen die Republikaner seit Jahren ihrem Trump mit Lügen. Ihm für eine Lüge zu lügen oder für eine Lüge etwas zu verraten! So folgen im Trump'schen Umfeld Lüge um Lüge - dabei gibt es doch keinen Ersatz für die Wahrheit! Und so entzweit nun Trump das doch seit Anfang an aus Menschen der wirklich verschiedensten Kulturen bestehende multikulturelle Amerika! Begleitend wird so die beste Demokratie und das Zusammenleben deren Bewohner wertlos, wenn das gesamte politische System verrottet und nur noch aus solch psychopathischen Politikern, Oligarchen und Cliquen bestehen! Aus Seilschaften mit begleitenden Privilegien und reiner Willkür!

Übrigens sind gemäss Völkerkundlern, von den rund 7.000 Gesellschaften der Menschheit nur etwa 70zig, die nie Krieg geführt haben! Auch haben sich alle vergangenen Kriege, gezielt angezettelt durch den Wahn rücksichtsloser Führungseliten, für die Mehrheit der Bevölkerung und deren missbrauchten Soldaten verständlicherweise nicht „gelohnt“; einzig und allein für die dabei immer wieder profitierenden Psychopathen der Macht&Elite lohnten sich all diese Kriege!

Nachträglich gestatte ich mir noch einen gut zu diesem Thema passenden Artikel, der mir kürzlich von einer meiner treuesten Blog-Leserin übermittelt wurde, hier einzuschieben. Dieser Artikel, der zum Nachdenken und auch Schmunzeln anregt, beinhaltet das Dilemma des Zusammenlebens in einem globalen Dorf. Wobei wir uns vorstellen müssen, dass sich die gesamte Menschheit von derzeit 7.9 Mia. Erdbewohnern auf ein einziges Dorf mit 100 Einwohnern reduziert hat!

„Dabei stünden dann 21 europäischen und 14 amerikanischen, 57 asiatische und 8 afrikanische Dorfbewohner gegenüber.
30 Bewohner wären Christen und weiß, 11 wären homosexuell und Frauen stellten mit 52 die absolute Mehrheit.
6 der Einwohner besäßen 60 % des gesamten Reichtums und alle 6 wären erst noch US-Amerikaner.
33 wären Analphabeten und 50 hätten keine vertretbare Unterkunft und wären unter- und fehlernährt.
Ein Dorfbewohner würde gerade sterben und zwei kämen zur Welt.
Es gäbe nur einen Akademiker mit Computer im Dorf!“

Geschätzte Leserinnen und Leser, können sie sich nun unter Berücksichtigung dieses Artikels - der die Problematik dieses Themas auf einfache und eindrücklicher Weise aufzeigt - eine friedlich und glücklich zusammen lebende multikulturelle Gesellschaft noch vorstellen!?

Das Thema Glauben führte uns an einem weiteren Diskussionsabend über Sekten zu sogenannten Welt-Religionen!
Mit ein Auslöser zu diesem Thema war die Feststellung, dass auf einer noch so kleinen Polynesischen Insel neben der mehrheitlich den Ton angebenden Katholischen Kirche hier auch weitere Sekten ihre Schäflein betreuen. So haben neben den jeweils protzigen Gotteshäusern der Katholiken auch die Mormonen, die 7ten Adventisten, die Zeugen Jehovas usw. ihre etwas kleineren Gebetshäuser! Und jeder dieser Sekten hat eine eigene unangreifbare, unbegreifliche Wahrheit! Auch eins müssen wir bei diesem heiklen Diskussions-Thema doch stets mit berücksichtigen: „Jede dieser Glaubensrichtungen hat eine eigene unangreifbare, unbegreifliche Wahrheit!“  Zu unserem Diskussionseinstieg widmeten wir uns als erstes der Frage nach dem „Glauben“ an den einzigen sogenannten Gott!

Das Christentum und auch andere Religionen wie zB der Islam, stellen uns Menschen vor eine moralische Wahl:
„Glaubt der Mensch an Gott, so lebt er ein gottgefälliges Leben! Und er kann sich dann nach seinem Ableben, je nach Religions-Zugehörigkeit, im Himmel zu einem Engel hocharbeiten oder in den ewigen Jagdgründen mit einem Harem voll von Jungfrauen - oder aufgrund der Gleichberechtigung inzwischen sicher auch mit Jungmännern - Vergnügen!
Aber glaubt er nicht an seinen Gott, so nimmt er in Kauf in ewiger Verdammnis oder in der Hölle zu schmoren!“
Dabei sind natürlich auch alle Andersgläubigen, die Juden, Muslime, Islamisten, Hindus, Buddhisten usw. verdammt! Wie auch all die Unsicheren, die Suchenden und die Verlorenen. Also werden die meisten Menschen auf unserer Erde in die Hölle kommen. Natürlich bis auf ein paar wenige der einten oder anderen Sekte, respektive sogenannten Kirchen. Wobei diese „Gläubigen“ ernsthaft glauben, dass ihr Gott den Grossteil der Menschen auf dieser Welt wirklich in die Hölle schicken wird! Denn für diese doch armen „Gläubigen“ bestätigt ihnen ihre Heilige Schrift mehrmals: „Wer da glaubt und getauft wird, der wird selig werden. Wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden!“

Es ist einfach diese rigorose und verlogene Welt, die solch sogenannte Religionen mit ihrer „Angstmacherei“ für mich und für viele andere Menschen auch so unakzeptabel macht! So ist es verständlich, dass in der heutigen aufgeklärten Welt - mit ihren für jeden zugänglichen Internet-Suchmaschinen zu jedwelchen Themen sowie durch viele andere Freizeitbeschäftigungen -, das früher gut einzuschüchternde Fussvolk all den Religionen und Sekten erfreulicherweise in dramatischem Ausmasse (va auch wegen den Missbrauchs-skandalen und den hohen Kirchensteuern) davonläuft!

Gemäss einer ausführlichen Statistik dieses Jahres, wird sich allein die Mitgliederzahl der Katholischen und Reformierten Kirche in Deutschland bis ins Jahr 2060 von 44.8 Mio. um rund die Hälfte auf 22.7 Mio. Mitglieder reduzieren!
- Buon Giorno Vaticano! 


Hier noch einige gewichtige Anmerkungen zu den von mir Vorgangs immer wieder zitierten Heiligen Schriften: Man kann in ein Dokument, wie zB in die Bibel, fast alles hineindeuten was man will! Denn die dafür verantwortlichen „allmächtigen“ Glaubenslehrer zögern nicht, eigentlich wohlmeinende Überlegungen dieser Schriften zu verfälschen, um sich widerrechtliche Macht anzueignen, um dann ihre eigenen Ziele bei ihren Gläubigen durchzusetzen. Aber grundlegend bedroht und befiehlt die Bibel nichts, sie weist nur einen Weg und überlässt es den Menschen, diesen Weg auch zu finden, der sie begleitend führen soll! Dies nicht in seinem Leben - sondern zum Leben! 
Aber das sehen vor allem die „Gottesmänner“ aus dem Vatikan nicht so. Denn diese behaupten, dass diese von ihnen, über die letzten Jahrhunderte mehrfach zu ihrem Gusto veränderten Schriften, als die einzigen richtigen und wahren Worte ihres Gottes zu verstehen und weiterzutragen sind! So nutzen diese Vaticanos, wie immer die Gutgläubigkeit derer aus, die sie ja schlussendlich auch beherrschen wollen!

Wir unterhielten uns dann noch über zwei gerade in der heutigen Zeit viel diskutierten Themen aus der Katholischen Kirche etwas ausführlicher: So enthält das immer wieder in Frage gestellte Zölibat, mit seinem Dogma aus der Synode des Jahres 1022, eine eigentlich ganz profane irdische - nicht kirchliche - Funktion: Die Kirche wollte einzig und allein verhindern, dass Priester Kinder bekommen um ihnen dann etwas vererben zu können! Nicht ohne Grund fürchtete man im Vatikan, dass ihre Kirche dadurch Stück für Stück enteignet werden könnte. So verhalf auch die am 2. Konzil im Jahre 1054 eingeführte Ehemoral des Christentums - neben der gut gemeinten Idee dadurch die Ausbreitung von Seuchen einzudämmen -, vor allem die „Erbfolge“ klar zu Gunsten der Kirche zu regeln! Somit ist es doch auch gut nachvollziehbar welche Art von Priestern über all die Jahre - es sollten ja eigentlich ganz normale Männer sein - diese Katholische Kirche anzog!?

Und so richtete dann der Vatikan vor einigen Jahren in Rom eine Stätte ein, um ihren weltweit Tausenden von pädophilen und homosexuellen Dienern der Kirche Gottes diesbezügliche Hilfe bei „sogenannten“ Rückführungsaktionen angedeihen zu lassen. Flankierend werden nun diesen etwas von ihrer Aufgabe abgewichenen geistlichen Würdenträgern unter professioneller psychologischer Betreuung - natürlich sind da auch Teufelsaustreibungen à la Exorzismus mit eingeschlossen - zu wieder vorbildlichen Dienern Gottes „umgepolt“! Und anschliessend werden dann diesen als geheilt entlassenen Priestern in den Gemeinden und Sonntagsschulen der katholischen Kirche wieder Kinder anvertraut, um diese Schäflein auf den einzigen und richtigen Weg zu führen!?
Es ist doch einfach unglaublich und verrückt, wie auf dieser Welt auch im Jahre 2019 - immer noch unter dem Deckmantel von Kirche und Gott - seitens des Staates zugelassen wird, dass heranwachsende Jugendliche durch solche Priester missbraucht werden können!

Wenn meine Blog-Leserinnen und Leser solch pädophile Übergriffe immer noch anzweifeln, erlaube ich mir an dieser Stelle mein eigenes persönliches Erlebnis als Missbrauchsopfer eines katholischen Pfarrers zu erzählen: Als einer von mehreren Buben wurde auch ich von unserem damals hoch angesehenen Pfarrer in seinem gleich neben der Kirche liegenden Pfarrhaus missbraucht. Dies nachdem er uns Kindern in der kurz vorangehenden Beichte (von der Kirche festgelegt am 4. Konzil des Jahres 1015) beim „6. Gebot“ all unsere Geheimnisse zu unseren „Masturbations- oder Doktorspielen“ erschlichen hatte - und sich so schon mal aufgeilen konnte! Nach diesen traurigen Spielchen übergab der Pfarrer vor dem Verlassen des Pfarrhauses uns Kindern noch je eine Gauloises-Zigarette! Und hätten wir übrigens, damals zu Ende der 1950er-Jahren, was davon unseren streng gläubigen Eltern erzählt, hätte es vermutlich nur eine Ohrfeige abgesetzt! Dies mit der Warnung solche Unwahrheiten ja nicht weiter zu erzählen! Ergänzend kann ich hier festhalten, dass ich diese Übergriffe gut verarbeiten konnte und keinen seelischen Schaden davon trug. So leistete ich gerne - mit meinem übrigens diesbezüglich schon längst erfolgtem Coming-Out - wichtige Aufklärungsarbeit um Jugendliche und auch deren Eltern vor solchen Übergriffen zu warnen und zu schützen! Begleitend glaube ich, da nun gegen 60 Jahre seit dieser Geschichte vergangen sind, ich damit niemandem mehr auf die Füsse trete.
Somit ist es sicher auch mehr als Verständlich, dass ich mich schon mit 16 Jahren von dieser Sekte - auch katholische Kirche genannt - mit einem Einschreibebrief (gemäss untenstehend angefügtem und wirklich einfach auszuführenden Austrittsprozedere) losgesagt habe und zwischenzeitlich als bekennender Atheist, aber mit Hochachtung und Interesse dem Buddhismus gegenüber, durchs Leben gehe!
Übrigens konnten dann diesem Pfarrer erst im Jahre 1968 seine Übergriffe nachgewiesen werden und er wurde ohne Anklageverhandlung von den Diözese-Verantwortlichen still und leise mit dem Amt als Chorherr von Beromünster bei Luzern „belohnt, respektive Frühpensioniert“. Dort verbrachte er seine restlichen Lebensjahre bis er im 1980 als 83jähriger verstarb! - Ob dann wohl ein solcher Gottesdiener trotz seinen Verfehlungen „da Oben“ noch in den Engels-Stand erhoben wird?!

Und in Ergänzung zu diesem Kirchen-Thema nachfolgend noch einige Bemerkungen zum Buch des Französischen Jornalisten Frédéric Martel mit dem Titel „Sodom“, das verständlicherweise im Vatikan für Schockwellen sorgte! Er recherchierte jahrelang über Machtmissbrauch und Doppelmoral der Katholischen Würdenträger. Fazit: Der Vatikan ist eine der grössten homosexuellen Gemeinschaften der Welt, eine Metropole schwuler Priester, Bischöfe und Kardinäle.

Und eines seiner Kapitel behandelt die Schweizergarde: „Sie sind tapfer und treu bis in den Tod. Stramme, katholische Schweizer Burschen, die voller Stolz in der kleinsten und exklusivsten Armee der Welt dienen.“ So weit die öffentliche Sicht auf die päpstliche Schweizergarde.
Neu hingegen ist, dass der Dienst im Vatikan manche dieser Männer zu Opfern gemacht hat, sie traumatisiert, enttäuscht, desillusioniert haben soll. Dabei hat F. Martel 11 dieser Gardisten bei seinen diversen Schweizreisen in Zürich, Basel, Chur, St. Gallen, Luzern, Genf und Lausanne über die Zustände rund um den Heiligen Stuhl interviewt. Von Dutzenden Kirchenführern seien ihnen Avancen gemacht worden. Einer der Gardisten überlegte sich sogar, aus der Garde auszutreten: «Die rücken einem so zu Leibe, dass ich mir dachte, ich gehe auf der Stelle nach Hause. Vielen von uns geht die kaum verhohlene Anmache der Kardinäle und Bischöfe auf die Nerven.»
Von der kleinen Aufmerksamkeit bis hin zu offener sexueller Belästigung oder gar Nötigung sei alles dabei. Einer der Gardisten etwa wurde regelmässig mitten in der Nacht von einem Kardinal angerufen, der ihm erklärte, dass er ihn dringend in seinem Schlafgemach "brauche". Das Ausmass dieser Umtriebe habe die meisten der Interviewten Gardisten schockiert, schreibt Frédéric Martel. Einer der Gardisten erzählte ihm: «Ich habe lange gebraucht, bis mir klar war, dass wir im Vatikan umgeben sind von frustrierten Alten, die Schweizergardisten als Frischfleisch ansehen. Sie verpflichten uns zum Zölibat und lassen uns nicht heiraten, weil sie uns für sich behalten wollen, so einfach ist das.»
Dabei sind übrigens die Gardisten verpflichtet, ihren Vorgesetzten schwerwie-gende Belästigungen zu rapportieren, aber fast immer würden die Fälle folgenlos ad acta gelegt. So sagt in Martels Buch ein Oberstleutnant der Carabinieri in Rom aus: «Sexuelle Belästigung und Nötigung sind häufig. Aber das wird vertuscht, und immer wird der Schweizergardist selbst indirekt verantwortlich gemacht.»
Und eine diesbezügliche Journalisten-Anfrage kommentiert das Kommando der Schweizergarde wie folgt: „Die jungen Schweizer, die sich für den Dienst bei der Päpstlichen Schweizergarde interessieren, orientieren sich an militärischen und religiösen Werten!“ Aber interessanter wäre ja vielmehr zu Wissen, an welchen Werten sich die Würdenträger selber orientieren!?

Da mich über die vergangenen Monate zwei deutschsprachige Crew-Mitglieder auf dieses vorgangs von mir erwähnte Kirchen-Austrittsprozedere ansprachen, halte ich hier noch für interessierte Schweizerinnen und Schweizern (in Deutschland und Österreich gibt es sicher ähnliche Servicestellen), ein wirklich einfaches Austrittsverfahren fest. Über  www.kirchenaustritt24.ch  können sie in diesen Wochen noch zum Preis von nur 29.00 CHF - innert 5 Minuten mittels einem Online-Formular - neutral und unabhängig sowie inklusive Abmeldung der Kirchensteuer, diesen Austritt umgehend auslösen! Dies ohne Begründung, ohne Taufangaben und ohne irgendwelche Pfarramts-Gespräche. Eine offizielle Bestätigung des Kirchenaustritts wird ihnen anschliessend zugestellt. Für ergänzende Infos oder einer Beratung können sie sich auch mittels Mail an  help@kirchenaustritt24.ch  wenden! 

Abschliessend nun noch einige nicht so einfach zu beantwortenden Fragen im Zusammenhang mit unseren heutigen fragwürdigen Freizeitbeschäftigungen!
Warum verbringen Menschen nicht nur im westlichen Kulturkreis viel Freizeit damit, Filme zu gucken, die ihren Kick aus Mord und Totschlag ziehen, oder aus Intrigen, Sex und Crime? Auch begeistern sich Millionen von Spielern für die verschiedensten War-Games oder Paintball-Spiele. Es wird mit Freude genossen und eben auch geschossen, virtuell gemordet, aufgespürt und getötet. Wie die Filmindustrie, die Game-Produzenten sowie auch viele Schriftsteller und unsere ganze Klatschpresse mit ihren Boulevardmagazinen leben davon. Dies damit die Menschen sich auf das völlig unwesentliche und die ebenso völlig unfruchtbare Sensationslust konzentrieren können, um sich so ihre geheimsten Träume zu erfüllen. So kennt doch der durchschnittliche Europäer mehr Automarken als heimische Pflanzen, mehr Filme- und TV-Serien mit ihren gelifteten Darstellern als Philosophen! Und er oder sie weiss mehr über die vergangenen Scharmützel zwischen Brad Pitt und Angelina Jolie, als über die Zusammenhänge der Weltwirtschaft oder des Klimawandels!
Und auch die Schulkinder von heute kennen nicht einmal mehr die Namen häufig vorkommender Insekten, während frühere Generationen damit keine Probleme hatten. Aber vielen dieser Kinder ist es heute auch nicht mehr möglich, Natur direkt zu erleben und in freier Natur zu spielen. Wobei verschiedene Gründe dazu führten: So wachsen doch die meisten Kinder in Städten auf, dabei gibt es kaum noch naturbelassene Gebiete und sie verbringen erst noch zu viel Zeit am Notebook oder iPhone und weisen bereits einen vollen Terminplan aus! Jedenfalls läuft alles darauf hinaus, dass Kinder nicht mehr mit der Natur in Berührung kommen und keine unmittelbaren Erfahrungen in der Natur machen. Wenn man wie meine Generation noch Gelegenheit hatte, in der freien Natur zu spielen, wenn man dabei von einem Käfer mit stinkendem Sekret bespritzt wurde, wenn man erlebt hat, wie die Farben eines Schmetterlingsflügels an den Fingern haften bleibt, und wenn man gesehen hat, wie eine Raupe ihren Kokon spinnt, bekommt man ein Gefühl für das Geheimnisvolle und Ungewisse. Und je mehr man beobachtet, desto geheimnisvoller wirkt diese Natur und desto mehr erkennt man, wie wenig man eigentlich weiss.
Da haben doch vor allem die Eltern dieser Kinder wie auch die Lehrerschaft noch einiges dazu beizutragen um hier noch korrigierend eingreifen zu können!   Und das ironischerweise in einer Zeit, in der gerade im Westen das Umwelt-bewusstsein unter den Jugendlichen wächst und durch die Regierungen einige zaghafte, aber auch zu Hoffnung Anlass gebende, ehrgeizige Massnahmen zum Umweltschutz erlassen werden.         

Und zu guter Letzt passt zum „In was für einer Welt leben wir denn Heute?“ auch das erschreckend fragwürdige Verhalten der Bürger bei Wahlentscheidungen. Nicht das Ergebnis einer sorgfältigen Abwägung von Informationen über Wahlprogramme und den Leistungsausweis von Kandidaten zählt. Mitnichten, wichtiger als die Programme, ist die gefühlte Zugehörigkeit zu einer Partei oder zu deren fragwürdigen Kandidaten, egal welche Qualitäten sie ausweisen können. Dies ist für den Wähler wichtiger, als sich Gedanken für ein umfassendes Pro&Contra zu machen.
Dabei hoffe ich auf die kommenden US-Wahlen vom 3.11.2020 hin - sollte es vorher nicht doch das „Problem“ lösende Impeachment ergeben -, dass sich die folgende von Abraham Lincoln mal gemachte Aussage, nun auch im Zusammenhang mit D. Trump bewahrheitet:

„Man kann wenigen Menschen lange etwas vormachen. Und man kann vielen Menschen nur kurze Zeit etwas vormachen. Aber allen Menschen immer etwas vorzumachen ist auf Dauer unmöglich!“

Aber trotzdem lassen die meisten Menschen in den USA - aber auch in unseren Breitengraden - das Leben immer noch gleichgültig an sich vorbeiziehen, als würde es ewig dauern und das wird ihnen dann in späten Lebensjahren irgendwann mal zum Verhängnis!

15. April 2019
Franz X. Lang / SY KYORY / Switzerland