"Crash mit ernsthaften Folgen": Kampf gegen die Naturgewalten mit Selbstunfall und ein weiteres trauriges Segler-Schicksal!

Kampf gegen die Naturgewalten in der Anker Bay vor Punaauia/Tahti und ein weiteres Segler-Schicksal!

Aber vorerst noch kurz zu meiner Werkelei auf der KYORY: Meine bis anhin erfolgten Arbeitsfortschritte auf der KYORY sind nicht annähernd so packend, wie der gut 1stündige Kampf gegen die Naturgewalten auf See vom 19. 11.2022 von 06:50 bis 08:00! Somit verzichte ich in diesem Beitrag auf die für meine Leserinnen und Leser vielfach weniger spannende Umschreibung meiner Werkel-Einsätze auf der KYORY, wobei ich aber sicher noch ein paar Wochen dran bin. Dabei gestehe ich gerne ein, dass ich meine 75 Jährchen doch so langsam spüre und damit die restlichen Arbeiten schon etwas gemächlicher als noch vor Jahren angehe. Auch setze ich mich dabei, hier vor Punaauia/Tahiti vor Anker liegend in keiner Weise unter Druck! Aber so auf die neue Segelsaison Anfang 2023 hin, werde ich dann die KYORY schon als bestens ausgebaute Langfahrtenyacht auf den Verkaufsmarkt bringen um mir dann hier irgendwo meine Wohlfühloase zu suchen!

Das dramatisch verlaufene Unwetter vom Samstag, 19.11.2022, in der Anker Bay von Punaauia/Tahiti - und die KYORY mittendrin!
So komme ich, mit vorab einigen Zusatzinfos, nachfolgend gleich zu den hier vorgestern Frühmorgens bis anhin stärksten Squalls, die während meinem über 10 Jahre dauernden Langfahrtenabenteuer über mich hinweggefegt sind!  
So müssen wir Segler übrigens derzeit hier in den Society Islands damit leben, dass seit über einem Monat der Himmel vielfach zu 70/100% wolkenverhangen ist und es ergänzend bei durchschnittlichen Temperaturen von um die 25° viel regnet. Begleitend wurden wir aber in dieser Phase bis anhin erst einmal, vor ca. zwei Wochen, über drei Tage von etwas stärkeren Squalls mit Böen von gegen 35Kn und bockiger See eingedeckt. Leider können uns aber die Wetterpropheten auch über die Folgewochen noch keine einschneidenden Verbesserungen in Aussicht stellen.
Ich halte mich ja nun bereits seit 8.2015 hier in Polynesien auf, wobei ich in all diesen Jahren noch nie eine solch lange Schlechtwetterphase erlebt habe! An dieser Stelle möchte ich noch folgende, in diesen Wochen von den polynesischen Wetter-Propheten gemachten Aussage hervorheben: Diese haben festgestellt, dass seit Jahrzehnten, hier in Tahiti, im November noch nie eine so lang anhaltende Phase mit solch tiefen Temperaturen von um die 25°C gemessen wurde! - Aber Yin&Yang wird sicher dafür sorgen, dass bald mal wieder, wie wir Segler uns das in der Südsee gewöhnt sind, vermehrte Sonnentage auf uns zukommen!

Aber nun komme ich definitiv zu diesem wirklich dramatisch verlaufenen Unwetter vom 19.11.2022, das über gut eine Stunde hier in unserem Ankergebiet, zwischen der Marina Taina und der Intercontinental-Hotelanlage vor Punaauia/Tahiti, tobte:
- Freitag, 18.11. gegen 22:00: Ich verfolge diesen Abend gerade ein letztes Mal am Laptop die PredictWind-Prognosen, die bei 100%%-Bewölkung wenig Regen durch die Nacht vorausssagen. Auch für die Folgetage werden moderate Winde von um die 5-8 Kn prognostiziert - dies aber weiterhin bei 80/100%-Bewölkung mit mehr oder weniger stetigen Regenschauern.  - Und so suche ich einmal mehr soweit entspannt meine Koje auf und schlafe auch bald ein!  
- Samstag, 19.11.: Bereits gegen 06:00 bin ich wach - dies bei null Wind und etwas Regen! So entscheide ich mich in dieser frühen Stunde, vor dem Aufstehen, noch einige Seiten eines Romans im Kindel-e-book zu lesen.
Aber um Punkt 06:50, von einer Sekunde auf die andere, erlebe ich hier mit den anderen Yachtis eine der wirklich verhängnisvollsten Stunde in diesem Ankergebiet! So steigern sich die ohne Pause auf uns einpreschenden Böen gleich von 30 Kn innert wenigen Sekunden auf über 40 bis zu 50 Kn mit einem Höchstwert von 52Kn! Schnell düse ich in Shirt und Shorts raus aus der Koje ins Cockpit. Bei einer ersten Lagebeurteilung unter peitschendem Regen stelle ich fest, dass mein 33kg-Rocna-Anker (ich ging in den vergangen 10 Jahren nur 2x auf Slip) die 20t-KYORY noch gut an ihrem Ankerplatz hält. Ergänzend muss ich noch anfügen, dass wir Yachtis hier derzeit mit unseren Monohulls und Katamaranen schon sehr gedrängt neben-, vor und hintereinander liegen!
Wobei es erst noch zu beachten gibt, dass ein Katamaran mit seiner grösseren Wind-Angriffsfläche anders reagiert als eine Monohull wie die KYORY. Nun fegt die erste Serie von Squalls anfangs von W auf unser Ankerfeld zu. Aber nach wenigen Minuten fallen diese verrückten Böen aus SE, bei stets um die 40/50 Kn, mit begleitenden 0.5m-Wellen über unsere Boote hinweg und wir werden wie Spielzeuge nur so durcheinander gewirbelt! Erschwerend kommt für mich auf der KYORY nun noch hinzu, dass ich leider in dieser Stunde nur freie Sicht durch einen kleinen Durchgang zwischen der Sprayhood und den seitlich am Binimi des Cockpits montierten  Sonnenschutz-Sunbrellas habe!
Den Motor und die Navi-Geräte hatte ich zwischenzeitlich gestartet und ich versuchte vorerst unter Motorhilfe gegenan den Anker mit den 45m ausgelegter Kette etwas zu entlasten. Wobei aber das einschätzen der Anker-Position, von der sich in den Böen schwoienden KYORY, eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit war. So musste ich leider bereits kurz nach 07:00 mit Schreck feststellen und akzeptieren, dass die KYORY, wie auch einige andere Boote um mich herum, bei dieser einfach fürchterlichen See mit diesen fetzenden Böen auf Slip geht! Nun läuft bei diesem Horror-Szenario alles weitere sehr schnell ab. Und schon drifte ich bei diesem Wasser-Rodeo mit der KYORY auf BB knapp an einer Ketch vorbei und nähere mich der einzigen Untiefe mit den gut einsehbaren zwölf gesetzten Betonpfosten drum herum. Leider gelingt es mir nicht rechtzeitig, die KYORY davon weg zu manövrieren, da mich in diesen Sekunden nun der gerade wirkende W-Wind erbarmungslos auf diese Untiefe zudrückt! Und ach du verflixte Scheisse, ich muss mir mit anhören wie es unter der KYORY, an meinem Ruder-Skeg und Kiel nur so knirscht und rüttelt! Mit maximalem Power, bei 2‘100 Touren meines Kubota-Motors, gelingt es mir aber doch innert kurzer Zeit die KYORY vom Rand dieser Untiefe zu befreien!
Und über die nächsten 45 Min. versuche ich die KYORY, immer noch deren Anker mit 45 m Kette nachschleppend,
von den jeweils nur wenige Meter neben oder vor mir auftauchenden Booten fernzuhalten! Dies bei nun drehenden Winden und einer Sichtweite von vielleicht 50m, und dann je nach Wind und Strömung vorwärts oder wieder rückwärtsfahrend! Dabei muss ich noch erwähnen, dass ich ja über Nacht das Dingi stets aussen an die STB-Reling rauf hole und dort mehrfach mit Leinen fixiere. Auch ragen auf beiden Cockpitseiten immer noch die ausgestellten Solarpanele über das Wasser hinaus, denn um diese los zu schrauben und unten am Süllbord zu fixieren hatte ich verständlicherweise keine Zeit mehr. Dann endlich um etwa 07:45 krallte sich mein Anker einiges querab der Untiefe in den Grund. Und ab diesem Moment hatte ich bei S-Wind soweit akzeptable Distanzen zwischen dieser auf BB befindlichen Untiefe und den weiteren Booten um mich herum. Uff, diese mich fordernde und Nerven kostende Stunde als Einhandsegler, werde ich verständlicherweise nie vergessen! Sicher war auch viel Glück dabei, dass nichts schlimmeres vorgefallen war und ich keine anderen Boote touchierte!

Kurz nach 08:00 war dieses Rodeo vorbei, aber leider passierte mir dann ein blöder Selbstunfall, aus dem ich schlussendlich - nach meiner ersten Einschätzung - noch gimpflich heraus kam: Dabei wollte ich das Bootsinnere aufsuchen, um mir endlich - ich war ja pflotschnass - trockene Kleider anzuziehen. Dabei rutsche ich leider auf den zwischenzeitlich nass gewordenen zwei Treppenstufen beim Niedergang aus und knallte mit dem Rücken mit voller Wucht auf den Niedergang runter! Dabei verlor ich kurz den Atem und es wurde mir übel. Wieder bei Bewusstsein ging mir nur eins durch den Kopf: "Bitte, einfach keinen schlimmen Rückenschaden!" Der gleich eintreffende verrückte Schmerz liess mich nichts Gutes erahnen und langsam legte ich mich vorsichtig mit dem Rücken auf den Salonboden. Nach und nach versuchte ich meine Arme sowie Beine und Zehen zu bewegen und mich vorsichtig auf die Seiten zu drehen, was mir zum Glück soweit problemlos gelang! Kurz darauf stand ich wieder auf den Beinen und schluckte gegen die nun stärker auftretenden Schmerzen ein erstes 0.5g-Novalgin!

Schlafen konnte ich dann übrigens die ersten beiden Nächte so lala, aber nur auf der linken Körperseite, denn wenn ich mich auf den Rücken legen will strahlen noch sehr starke Schmerzen aus. Sollte in der kommenden Nacht keine Besserung eintreten werde ich dann halt doch noch meinen Arzt aufsuchen.
Dass dieser Unfall soweit ohne grössere Komplikationen abgelaufen ist, habe ich sicher auch meinem jeweils frühmorgens 45minütigen und anspruchsvollen Fitness-Training zu verdanken! Aber für euch nun sicher auch gut nachvollziehbar, dass ich ab jetzt auf die einte und andere meiner morgendlichen Fitness-Übungen für einige Tage oder gar Wochen verzichten muss. - So nehme ich die „Zeichen“ dieses blöden Unfalls ernst und ich werde nun über die nächsten Tage meinem Rücken schon zusätzliche Schonung gönnen!  


Beim anschliessenden Rund-um-Blick mit dem Fernglas durchs Ankergebiet musste ich feststellen, dass hinten in der Bucht, gleich neben der Interconti-Hotelanlage, eine gelbe Monohull angestrandet war und ich konnte mitverfolgen, wie sie dann gleich nach dem Unwetter von vier Dingis frei geschleppt wurde und nun wieder vor Anker liegt. Eine schwarze Ketch, die schon über Jahre hier unbewacht an einer Mooring lag, hat es gar in die Stelzen-Ferienhäuschen der Interconti-Hotel-Anlage abgetrieben und auf ihrem Weg dorthin hat sie noch drei Segelboote touchiert, ohne dabei grössere Schäden anzurichten! Sie wurde dann etwas später von einem blauen Ferry-Boot abgeborgen und in die angrenzende Bucht verlegt. Vor mir und auf der STB-Seite gingen zwei weitere Yachten auf Slip und krallten sich dabei an zwei Monohulls fest. Im Ankerareal gegen den Airport hinauf ging ein weiteres Segelboot auf Slip und schlug innert kürze noch und noch auf das vorgelagerte Riff auf - und bald schaute nur noch das Heck aus der See! Und etwas weiter vorne im Ankerfeld, gegen die Marina Taina zu, hatten sich fünf Boote mehr oder weniger ineinander verkeilt und trugen diverse Schäden an ihren Bordwänden wie auch an den Cockpitaufbauten mit den Solarpanels davon!

Die Wettersituation beruhigte sich dann von Stunde zu Stunde und um 11:00 setzte ich die Freediver-Tauchausrüstung zusammen, um das Unterwasserschiff nach Schäden abzusuchen. Bei diesem Tauchgang, mit aufgrund der aufgewühlten und verschmutzten See noch schlechten Sichtverhältnissen, musste ich folgendes feststellen: Das Ruder und der Skeg sind auf der STB-Seite bis auf eine Höhe von etwa 30cm stark angekratzt. Auch der Kiel hat auf der BB-Seite ein bisschen stärker leiden müssen und ist bis auf eine Höhe von etwa 60cm noch um einiges stärker aufgekratzt. Ansonsten konnte ich am weiteren Unterwasserschiff keine zusätzlichen Schäden ausmachen! Aber, das bedingt nun für mich, dass ich anfangs 2023 in der TechniMarine von Papeete einen weiteren teuren Haul-out von etwa einer Woche vornehmen muss! Dabei werden dann die angekratzten Flächen abgeschliffen und neu grundiert sowie zum Schluss am ganzen Unterwasserschiff ein weiteres neues Antifouling aufgetragen!

Gegen 14:00 liess ich dann das Dingi zu Wasser und tuckerte zur Marina Taina hinunter um 70 Ltr. Süsswasser zu bunkern. Im weiteren suchte ich anschliessend noch den Carrefour auf um einiges an Food einzukaufen. Diese Einkäufe von etwa 15 kg verstaute ich im Rucksack, um auf dem Weg zurück zur Marina gleich mal den Rücken zu testen - und neben den sicher noch einige Tage anhaltenden Schmerzen ging dies soweit gut! Ein dann noch anschliessendes Erlebnis auf dem Dingi-Anleger könnt ihr gleich im Folgeabschnitt nachlesen!

Zu dieser ganzen Geschichte noch ergänzend folgende Infos und Bemerkungen: Einmal mehr muss ich feststellen, dass es unseren Wetter-Propheten leider nicht immer gelingt, uns frühzeitig vor solchen Unwettern zu warnen! Und zum Glück sind diese frühmorgendlichen Squalls nicht in dunkler Nacht passiert, denn das hätte vermutlich für mich und für einige weitere Boote in einer Katastrophe enden können! Und hätte ich bei diesem Geschehen, anstatt meinem 20t-Stahlboot mit Skeg-Ruder ein GFK-Yacht mit einem freistehenden Ruder unter meinem Hintern gehabt, hätte zB beim meinem Grundkontakt gar das GFK-Ruders verloren gehen können. - Wohl ist nun also zusätzlich wieder einiges „gebrochen“ - aber ich nicht!
Auch muss ich bei solch überraschend eintretenden Wettersituationen einmal mehr feststellen, dass es für einige Skipper immer noch „zu viel“ Arbeit bedeutet, über Nacht ihre Dingis mit den Aussenbordmotoren doch wenigsten ans Davit oder an der Reling zu fixieren. So sah ich gestern Morgen nach diesem Unwetter um 08:00 immer noch drei Dingis hinter den Booten, die von den starken Squalls voll umgedreht mit ihren Motoren in der See schaukelten!
Und als ich am Nachmittag um 16:00 am Anlegesteg der Marina in mein Dingi steigen wollte, fragte ich einen Segler, der auf dem Pier an seinem Aussenbordmotor schon verschiedenste Teile losgeschraubte hatte, was den passiert sei. Da meinte er, dass eben auch sein Dingi mit Motor sich beim morgendlichen Unwetter im Wasser um 180° gedreht habe und er nun den Vergaser mit den Zuleitungen reinige!
Okay, ich verzichtete auf einen Kommentar, denn einen über eine volle Stunde im Seewasser gelegenen Aussenborder muss man spätestens nach zwei Stunden - und nicht erst nach deren acht - gleich durchspülen sowie auch dessen Tank und die Zuleitungen inklusive Vergaser. Ein 2-Taktmotor sollte so wieder zum Laufen gebracht werden können, aber bei einem 4-Takter mit viel Elektronik wird dieses Unterfangen schon schwieriger! So hole ich zB seit meiner Ankunft im 2015 hier in Polynesien, wenn ich irgendwo vor Anker liege, jeden Abend vor dem Eindunkeln das Dingi an drei Leinen zur STB-Reling rauf und fixiere es noch zusätzlich mit vier weiteren Leinen an Deck.


Die unweit von mir auf der gegenüber liegenden Kanalseite seit vier Tagen auch wieder hier vor Anker liegenden Schweizer Freunde Ruedi&Chris von der PASITO konnten unter Motor mit Entlastung der Ankerkette sich übrigens soweit gut gegen diese Squalls wehren! Und Yachten die während diesem Unwetter auf der W-Seite bei der nahen Insel Moorea vor Anker oder an Moorings lagen hatten nur etwas Regen mit begleitenden 30er Böen abzuwettern. Dann hatte ich gestern noch Kontakt mit meinen österreichischen  Freunden Lambrini&Erwin von der Sagitta, die sich derzeit in Raiatea aufhalten und auch bei ihnen zogen nur vereinzelte Squalls mit 30er Böen über sie hinweg. Aber die beiden hatten die schwarze dunkle Sturmwand vor Tahiti schon bemerkt und konnten sich gut vorstellen, dass bei uns die Post abgeht! Wir werden uns übrigens nächstens wieder Mal in Papeete treffen, da sie am 3.12. in den Süden von Tahiti nach Taravao runter segeln wollen.

Und hier noch einige weitere Infos aus meinem aktuellen Skipper-Leben!
So hatten für mich diese nun doch schon länger andauernden Regentage den Vorteil, dass ich ohne schlechtes Gewissen vermehrt die US-Midterms über meinen Laptop, mit hier übrigens seit Monaten guter WiFi-Verbindung, hautnah mitverfolgen konnte! Und ich muss gestehen, nie hätte ich in den Wochen vor dem Wahltag des 8.11. daran gedacht, dass diese Wahlen nun mehr als nur erfreulich - ja sogar sensationell - für die Demokraten ausgehen könnten.
Und als dann auch noch das Trump-Clan-Mitglied, Keri Lake in Arizona verdient „baden“ ging habe ich mir ausnahmsweise ein zweites Bier gegönnt! Leider hat dann Lauren Boebert in Colorado nicht das gleiche Schicksal getroffen! - Somit gab es für mich kein zweites Hinano!
Trotz Verlust des Repräsentantenhauses gehe ich davon aus, dass die Demokraten auf die Präsidentenwahlen im 2024 hin, einen doch um einiges jüngeren Kandidaten als Jo Biden ins Rennen schicken, um die republikanische Mob-Partei in die Schranken zu weisen! Begleitend glaube ich übrigens eh nicht daran, dass nächstes Jahr weder Trump noch Biden von ihren Parteien nominiert werden. - Ihr US-Wähler schickt doch verflixt nochmal diese Gruftis endlich aus dem House und Senat nach Hause in die Pension!

Mit diesen Wünschen für die US-Politik lasse ich es heute mit weiteren Kommentaren, auch wenn ich einiges in Vorbereitung habe, zum aktuellen Weltgeschehen mal bleiben.

Und was unternehme ich sonst noch, neben viel Schreiben und Lesen, in meiner Freizeit auf der KYORY? Nun, da ich übrigens seit Monaten keine Filme mehr geguckt habe, schaue ich über den Laptop unter YouTube vermehrt Kurz-Videos an. So zB zu Themen rund ums Segeln, oder von unseren erfolgreichen Tennis-Frauen wie auch aus der Musikszene oder zu Themen Gesünder Leben und sogar an lustigen Videos verschiedenster Tiere wie Katzen, Hunde und Meeresbewohner kann ich mich erfreuen! Nebenbei habe ich mich übrigens entschieden - wenn auch die Schweiz wieder dabei ist - die Fussball-WM der mafiösen FIFA nicht zu verfolgen, um dabei auch diesen fragwürdigen Wüstenstaat Katar voll zu ignorieren! Dabei widern mich vor allem folgende Ist-Zustände an: Die Unterdrückung der Frauen, die Ausbeutung der Gastarbeiter, die Einschränkung der Meinungsfreiheit sowie die Diskriminierung von Homosexuellen!

Und natürlich ergeben sich immer wieder mal Treffen auf unseren Booten, wie zB gestern Abend als ich gleich nebenan bei Ruedi zum Apero mit kaltem Plättli auf die PASITO eingeladen war. Dabei hatten wir uns natürlich wieder einiges zu erzählen, ob aus unserem Leben oder vergangenen Langfahrten-Erlebnissen oder auch nur etwas Seemannsgarn. So hatten wir zusammen einen weiteren lockeren Abend verbracht, während übrigens seine Chris am Sonntag für drei Wochen in die Schweiz zurück geflogen ist, um am Hochsig ihres Sohnes teilzunehmen. Und mit einem Gläschen Ruhm wurde dieser Abend von uns zwei gebührend beendet!

Ein weiteres trauriges Segler-Schicksal!
Und gerade bevor ich diesen längeren Beitrag in meinen Blog übertragen wollte, übermittelte mir Sandra noch über WhatsApp folgende aufwühlende Nachricht über unseren deutschen, ca.78jährigen, Segler-Kollegen Alexander Brödel mit seiner SY Gemeos: Sandra und ich lernten Alex hier vor drei Jahren näher kennen, als er auch mit der Gemeos hier vor Anker lag. Alex war ein erfahrener Seemann und hatte schon mal vor etwa 40 Jahren die Welt umsegelt. Hier lebte er eigentlich zurückgezogen auf seinem Boot und hatte wenig Kontakt mit anderen Segler-Kollegen. Er half mir aber damals bei der kniffligen Montage meiner neuen Selden-Rollreffanlage in der Marina Taina. Infolge einer Meinungsverschiedenheit hatten wir dann aber über die vergangenen zwei Jahren keinen persönlichen Kontakt mehr miteinander. Anfangs Jahr verliess er dann als Einhandsegler Französisch Polynesien um erstmal nach Fiji zu gelangen.
Am 13. Oktober dieses Jahres meldete er sich noch von Fiji aus mittels Mail - „bin dann mal weg“ - bei einigen Bekannten für längere zeit ab. Auf seinem weiteren Weg gegen Westen wollte er dann die gegen 3.000sm über die Salomonen, dann durch die Torresstreet zur indonesischen Insel Flores, etwas östlich von Bali gelegen, absegeln! Er erwähnte noch, da er an Bord keine Kommunikationsmittel - wie zB Iridium oder SSB - zur Verfügung hatte, dass er sich dann von Flores aus wieder melden werde!
Und nun musste uns letzter Woche die uns bekannte Langfahrten-Crew der SY Soggy Paws, die sich gerade in Malaysia aufhalten, folgende Facebook-Message übermitteln:
„Die SY Gemeos von Alexander Broedel strandete dieser Tage unbemannt an einer kleinen Insel in Indonesien! An der Gemeos hing die ausgelegte Ankerkette, aber ohne Anker dran!“
Ein mysteriöses und trauriges Schicksal mehr, das einem Langfahrtensegler passiert ist! - Und die näheren Umstände werden vermutlich immer ein Geheimnis bleiben!


So beende ich für diesmal einen weiteren Blog-Reisebericht mit einem bedrückenden Ende und verbleibe mit herzlichen Grüssen aus Tahiti
Franz / SY KYORY